Ackermann verhandelt über Schuldenschnitt Griechenlands

Verfasst von am Mo., 17.10.2011 - 09:13

Ackermann verhandelt über Schuldenschnitt Griechenlands

Foto: © Deutsche Bank AG

FRANKFURT AM MAIN (DerFinanzer) – Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, hat Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland aufgenommen. Dies berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Finanz- und Regierungskreise. Als Vorsitzender des internationalen Bankenverbands (IIF) soll Ackermann das Gespräch mit privaten Banken gesucht haben. Hierbei bittet er die Griechenland-Gläubiger teilweise auf ihre Forderungen zu verzichten. Ein Schuldenerlass von bis zu 50 Prozent sei im Gespräch. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich bislang nicht zu den Berichten äußern.

Nach Angaben des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) wollen die Länder der Euro-Zone zum europäischen Gipfel am kommenden Sonntag ein umfassendes Paket zur Lösung der Schuldenkrise vorlegen. In Vorbereitung auf diesen Gipfel werden nach Meldungen der „dpa“ auch Szenarien über einen Schuldenschnitt in Höhe von bis zu 60 Prozent innerhalb der einzelnen Euro-Länder in Betracht gezogen und analysiert. Vor allem für die europäischen Banken, die auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten müssten, hätte ein derartiger Schritt verheerende Konsequenzen und gilt als problematisch.

Die Debatte um einen möglichen Schuldenschnitt Griechenlands nimmt immer neue Konturen an. Unterdessen spricht sich Ackermann gegen einen mögliche Aufstockung des Rettungsschirms aus und hält eine schrittweise Haushaltskonsolidierung in den Ländern der Euro-Zone zur Bewältigung der Krise für unabdingbar. „Rettungsschirme mögen aus Sicht von Investoren ganz richtig sein, aber damit ist das Problem an sich nicht gelöst. Wir können uns Rettungsschirme in dieser Größenordnung gar nicht erlauben. Das werden die Gerichte, aber auch die Bevölkerungen an sich nicht zulassen“, äußerte sich Ackermann auf einem Kongress der Deutschen Bank.