Neuseeland: S&P stuft Kreditwürdigkeit ab

Neuseeland: S&P stuft Kreditwürdigkeit ab
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WELLINGTON (DerFinanzer) – Die Ratingagenturen „Standard & Poor’s“ (S&P) und „Fitch“ haben die Bonitätsnote von Neuseeland von AA+ auf AA abgestuft. Somit wird nicht mehr nur die Kreditwürdigkeit europäischer Schuldenstaaten geprüft.

Ursache für die Herabstufung seien die hohen Schulden im Ausland, aber vor allem auch das Erdbeben in Christchurch Anfang des Jahres mit seinen Folgen. Analyst Kyran Curry meint, dass die Zahlungsbilanz des Staates aufgrund der Kosten für den Wiederaufbau und weiteren Konjunkturmaßnahmen in diesem Jahr noch schlechter ausfallen wird.

Neuseeland wurde seit 13 Jahren nicht herabgestuft, so dass die Ratingagenturen trotz der weiteren Entfernung von einer Spitzenbonität die Zukunft als „stabil“ einschätzen. Da Nachbar Australien diese Spitzenposition noch inne hat, steht Neuseeland nun noch schlechter dar. Allerdings wird Neuseelands Bonität höher eingestuft als Japans. In naher Zukunft ist jedoch mit keiner Besserung zu rechnen, da das Defizit laut Prognosen weiter anhalten wird. Auch die hohen Auslandsschulden, seien laut „Fitch“, im Vergleich zu anderen entwickelten Ländern ein Ausreißer.

Mit der Herabstufung der Bonität steigen für Neuseeland die Refinanzierungskosten, da die Investoren nun mehr Zinsen verlangen werden. Erst im Juni dieses Jahres hatte das Finanzministerium die finanzielle Last durch das Erdbeben in Christchurch auf etwa acht Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) geschätzt.

Guttenberg geht in den USA neuer Aufgabe nach

Guttenberg geht in den USA neuer Aufgabe nach
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WASHINGTON (DerFinanzer) – Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet zukünftig für eine sehr wichtige Institution der Vereinigten Staaten. Als Berater ist er für das renommierte „Center for Strategic and Internatial Studies“ (CSIS) in Washington tätig.

Da er in Deutschland ein hohes Amt inne hatte, gilt er in den USA als „distinguished statesman“ – herausragender Staatsmann. Auch dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak wurde diese Ehre zuteil, der ebenfalls für das CSIS tätig ist.

Der Direktor des CSIS, John Hamre berichtet der „Welt“, dass zu Guttenberg „eine geostrategische Sicht (habe), die seinem Alter weit voraus ist“. Als Referent wird der Freiherr nicht auf der Gehaltsliste der CSIS geführt, sondern erhält für seine Vorträge ein gesondertes Honorar. Hamre teilte der „Welt“ weiter mit, dass er in zahlreichen Gesprächen mit zu Guttenberg bei ihm einen „kraftvollen und kreativen Intellekt“ bemerkt habe und Hamre sich auf die Zusammenarbeit mit zu Guttenberg freue.

Der 39-jährige Karl-Theodor zu Guttenberg legte im März dieses Jahres sein Ministeramt und seine Position in der CSU nieder, nachdem bekannt wurde, dass er zahlreiche Passagen in seiner Doktorarbeit abgeschrieben und nicht entsprechend kenntlich gemacht habe. Aufgrund seiner Plagiatsaffäre wurde dem früheren Verteidigungsminister auch sein akademischer Grad aberkannt.

Merkel gewinnt Abstimmung über Krisenfonds knapp

Merkel gewinnt Abstimmung über Krisenfonds knapp
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BERLIN (DerFinanzer) – Am gestrigen Donnerstag stimmte der Bundestag über den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF ab. Dabei bekam die Kanzlerin mit einer knappen Mehrheit die Zustimmung für ihren Euro-Kurs. Von den 620 Abgeordneten des Bundestages stimmten 315 Abgeordnete aus der Fraktion von FDP und Union für den Rettungsschirm. Für die Kanzlermehrheit sind 311 Stimmen notwendig.

Dem Abstimmungsprotokoll ist zu entnehmen, dass in der Union zehn Abgeordnete dagegen stimmten und eine Enthaltung vorlag. Aus der FDP kamen drei Nein-Stimmen und ebenfalls eine Enthaltung. Demzufolge schlossen sich der Kanzlerin 226 Abgeordnete aus der Union an und 89 aus der FDP. Bereits im Vorfeld war die Mehrheit für die Euro-Hilfe durch die Unterstützung der SPD und der Grünen sicher. Aber die Bundesregierung forderte bei dieser Abstimmung eine eigene, absolute Mehrheit. Für die EFSF-Reform stimmten insgesamt 523 Abgeordnete von der Opposition und Koalition ab. Die Parlamentarier gaben 85 Nein-Stimmen ab. Zudem gab es drei Enthaltungen. Weitere Euro-Hilfen wird es wohl nicht geben, da bereits Abgeordnete aus Union und FDP angekündigt haben, diese nicht weiter zu unterstützen.

Umsatz sinkt im Einzelhandel real um 2,9 Prozent

Umsatz sinkt im Einzelhandel real um 2,9 Prozent
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WIESBADEN (DerFinanzer) – Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank der Umsatz (kalender- und saisonbereinigt) im August 2011 nominal um 3,0 und real um 2,9 Prozent im Vergleich zum Monat Juli 2011. Analysten hatten im Vorfeld jedoch nur mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet.

In Deutschland setzten die Einzelhandelsunternehmen im August 2011 nominal 3,6 Prozent und real 2,2 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat. Der August 2011 hatte jedoch mit 27 Verkaufstagen einen Tag mehr als der August im Vorjahr. Die Angaben sind vorläufig, da einige der befragten Unternehmen ihre Daten verspätet bereitstellen, so dass die Ergebnisse gegebenenfalls noch geändert werden.

Die Einzelhandelsunternehmen, die Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren anbieten, konnten im August 2011 nominal 4,3 und real 2,2 Prozent umsetzen. Dabei setzten Supermärkte, Sb-Warenhäuser und Verbrauchermärkte nominal 4,4 und real 2,2 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Nominal 3,9 und real 1,6 Prozent mehr Umsatz erzielten die Facheinzelhändler, die Lebensmittel anbieten.

Auch die Einzelhändler mit Nicht-Lebensmitteln konnten ihren nominalen (plus 2,8 Prozent) sowie realen (plus 2,5 Prozent) Umsatz steigern. Auch die Unterbranchen konnten ihre Umsätze nominal und real erhöhen. Den größten Umsatz konnten allerdings Unternehmen ausmachen, die ihre Ware größtenteils über das Internet und dem Versandhandel vertreiben. Sie steigerten ihren Umsatz nominal um 9,3 und real um 8,4 Prozent.

Insgesamt konnten die Einzelhändler in Deutschland immerhin ein Plus von 1,2 Prozent (real) von Januar bis August 2011 im Vergleichszeitraum zum Vorjahr erzielen.

Google weltweit als Arbeitgeber am attraktivsten

Google weltweit als Arbeitgeber am attraktivsten
Foto: © Google Inc.

STOCKHOLM (DerFinanzer) – Bereits zum dritten Mal in Folge ist Google weltweit attraktivster Arbeitgeber. Dies ergab der globale Index der attraktivsten Arbeitgeber „The World’s Most Attractive Employers 2011“, der jährlich von Universum erstellt wird. Zwei Kategorien, in denen der Index eingeteilt ist, sollen aufzeigen, „wie attraktiv Unternehmen gegenwärtig als Arbeitgeber wahrgenommen werden und über welches Potenzial sie verfügen, um künftig weltweit qualifizierte Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen“.

Grundlage des Index bilden die Präferenzen von über 160.000 Studierende der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften der zwölf weltweit größten Volkswirtschaften. Demnach landet Google im Bereich Wirtschaftswissenschaften auf Platz eins, KPMG behält den zweiten Platz inne. Ernst&Young war im vergangenen Jahr noch auf dem dritten Platz gelandet, wurde in diesem Jahr jedoch von PwC überholt. Im Bereich Ingenieurwesen steht Google ebenso zum dritten Mal infolge auf dem Siegertreppchen. Die Zweit- und Drittplatzierten drei tauschten in diesem Jahr ihre Plätze, so dass IBM an zweiter und Microsoft an dritter Stelle stehen.

Potentielle Nachwuchskräfte mit BWL-Hintergrund bevorzugen Serviceanbieter als Arbeitgeber, die für einen hervorragenden Karrierestart bekannt sind. Weiterhin bestätigt Lovisa Öhnell, Head of Research and Consulting bei Universum: „Unternehmen, die eine neue Arbeitskultur in dynamischer Umgebung anbieten, sind ebenfalls stark vertreten“.

Im Bereich der Softwarebranche dominieren amerikanische Unternehmen den Markt, so dass die Unternehmen ständig auf der Suche nach den fähigsten Mitarbeitern sind und diese möglichst lange beschäftigen wollen, meint Stefan Lake, Country Manager Deutschland bei Universum. Um dies zu erreichen, lassen die Arbeitgeber den Arbeitsplatz für Mitarbeiter von Softwareunternehmen zunehmend entspannter und kreativer werden.

ThyssenKrupp senkt Stahlproduktion

ThyssenKrupp senkt Stahlproduktion
Foto: © ThyssenKrupp AG

ESSEN (DerFinanzer) – ThyssenKrupp plant die Stahlproduktion in den kommenden Monaten um 500.000 Tonnen zu senken. Dies berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf das Unternehmensumfeld. Demnach sei der Grund für die Drosselung ein hoher Lagerbestand der Stahlabnehmer. Diese haben zum Ziel, die bestehenden Vorräte zuerst weiter zu verarbeiten. Die hohen Bestände führen zu einer Senkung der Stahlpreise. Indessen bleiben die Rohstoffpreise auf ihrem bisherigen hohen Niveau, so das Unternehmen.

ThyssenKrupp, der größter Stahlhersteller Deutschlands, hatte bisher eine Jahreskapazität von 13,5 Millionen Tonnen. Im Moment sind die Stahlwerke von ThyssenKrupp noch zu 85 Prozent ausgelastet. Durch die verringerte Produktion sollen aber keine Hochöfen abgeschaltet werden.

Doch nicht nur das deutsche Unternehmen senkt seine Arbeitsleistung. Bereits der Stahlhersteller ArcelorMittal hatte verkündet, seine Herstellungsmenge in Europa zu verringern. ArcelorMittal ist der weltweit größte Stahlhersteller.

Weitere Verbesserung des Arbeitsmarkts im September

Weitere Arbeitsmarktverbesserung im September
Foto: © Bundesagentur für Arbeit

NÜRNBERG (DerFinanzer) – Die Zahl der Erwerbslosen ist im Vergleich zum Vormonat um 149.000 auf insgesamt 2.796.000 Menschen gesunken. So setzt sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit weiter fort. Insgesamt habe sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert, so der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-J. Weise. Der Vorstandsvorsitzende betonte weiter, dass die „Nachfrage nach Arbeitskräften […] nach wie vor hoch“ ist.

Verantwortlich für diese positive Entwicklung sei der Konjunkturaufschwung, der wiederum einen Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Jobs mit sich gebracht hat. Laut Weise erhöhe dies die Chancen aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen. Nicht zuletzt verbessern Strukturwandel der letzten Jahre sowie Reformen am Arbeitsmarkt die generellen Chancen für einen Ausweg aus der Erwerbslosigkeit. „So hat sich die Arbeitslosigkeit in den letzten zehn Jahren günstiger entwickelt, als dies bei gleicher Konjunktur noch vor zehn Jahren zu erwarten gewesen wäre“, hieß es während der Pressekonferenz der BA.

Die Zahl der Unterbeschäftigung gibt Aufschluss darüber, inwieweit „ein Defizit an regulärer Beschäftigung“ besteht. Im September sank diese Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 509.000 auf 3.935.000, so dass die Unterbeschäftigung deutlich stärker gesunken sei als die Arbeitslosigkeit, so die BA weiter.

Das Statistische Bundesamt bestätigt, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 515.000 auf 41,2 Millionen Menschen gestiegen ist. 28,36 Millionen gehen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sozialversicherungspflichtigen Jobs nach. Außerdem arbeiten 365.000 mehr Menschen in Vollzeit sowie 305.000 mehr in Teilzeit als noch im vergangenen Jahr.

Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II oder Lohnersatzzahlungen nach dem SGB III haben im September 5,18 Millionen Erwerbstätige bezogen. Das ist ein Rückgang von 406.000 im Vergleich zum Vorjahr.