Zynga kündigt eigenes soziales Netzwerk an

Das Social Gaming Netzwerk Zynga, welches auf der Facebook Plattform entstanden ist, kündigte gestern auf einer in San Francisco abgehaltenen Versammlung an, eine eigene soziale Plattform zu gründen. Quelle: CEO Mark Pincus at Zynga Unleashed © 2012 Zynga, Inc.
SAN FRANCISCO (DerFinanzer) – Das Social Gaming Netzwerk Zynga, welches auf der Facebook Plattform entstanden ist, kündigte gestern auf einer in San Francisco abgehaltenen Versammlung an, eine eigene soziale Plattform zu gründen. Das neue Spielernetz dient längst nicht nur dazu, an neuen aufregenden Spielen für den Nutzer zu tüfteln, sondern vielmehr dazu eine große Menge an Nutzerdaten zu generieren, berichtet „Spiegel Online“ am Mittwoch.

Der Wunsch, besonders innovative Spiele zu entwickeln ist für das milliardenschwere börsennotierte Unternehmen nebensächlich geworden. Zyngas Produktchef Shaffner berichtet, dass jeden Tag etwa 8 Terrabyte Daten von Nutzern gesammelt werden. Diese fließen in die Konzeption neuer Spiele ein. Täglich werden ca. 130 Experimente durchgeführt, welche mit dem Prinzip der Skinner-Box verglichen werden können. Es wird präzise analysiert und ausgewertet, wie sich die Spieler der Onlinegame verhalten, welche Knöpfe sie betätigen und welche Veränderungen bei den Spielern wie bewertet wurden.

Schon jetzt erreicht Zynga 290 Millionen Spieler weltweit. Diese Reichweite sowie die enormen Datensätze will Zynga nun mit externen Spieleentwicklern teilen. Auf „Zynga with friends“, wie die neue soziale Plattform heißen soll, können die Entwickler gegen Zahlung einer Provision spielerische Inhalte liefern, welche auf der Plattform den Nutzer erreichen. Die Aufgaben des Unternehmens bestehen darin, Multiplayerpartien zu organisieren und Werbeflächen in die einzelnen Spiele zu integrieren.
Der bisher sehr stark an Facebook gebundene Konzern will mit dem Ausbau neuer Kontakte die Verbindung zu Facebook lösen, indem darüber hinausgehende Vernetzungen geschaffen werden. Bisher wurde 93 Prozent des Umsatzes durch Facebook generiert.

An der Börse blieb eine positive Reaktion auf die Ankündigung am Dienstag aus. Die Zynga-Aktie verlor an der US-Technologiebörse Nasdaq bis Börsenschluss nahezu fünf Prozent und schloss bei 5,77 US Dollar. Analysten sprechen vermehrt über stagnierende Zahlen bei den Onlinegamern, versichern aber auch, dass nicht die absolute Zahl der Spieler entscheidend sei, sondern die Anzahl der Spieler mit Zahlungsbereitschaft.

ZEW-Index bricht ein: Abschwung in Deutschland erwartet

An der Börse wird aufgrund der Schuldenkrise und den negativen Entwicklungen in der Weltkonjunktur ein Abschwung in Deutschland erwartet. Foto: ZEW Building Mannheim von Pancho Suenderhauf (Bernd Oliver Sünderhauf) / wikipedia.org

BERLIN (DerFinanzer) – An der Börse wird aufgrund der Schuldenkrise und den negativen Entwicklungen in der Weltkonjunktur ein Abschwung in Deutschland erwartet, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtet.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gab am Dienstag bekannt, dass die weltweiten Konjunkturerwartungen im Juni so stark wie schon seit 14 Jahren nicht mehr eingebrochen sind. Aufgrund der nach wie vor schwierigen Situation im europäischen Raum gehen Experten im Juli von einem Rekordtief des Leitzinses der Europäischen Zentralbank aus. Dies ging aus einer Umfrage unter 274 Analysten und Anlegern hervor.

Um ganze 27,7 Punkte brach das Barometer auf minus 16,9 Zähler ein, wobei gerade mal mit einer Eintrübung auf plus 4,0 Punkte gerechnet wurde. Auch der durch Befragung von Firmenchefs aufgestellte Ifo-Index, welcher als zuverlässiger Konjunkturindex gilt, weist nach 6 Monaten erstmalig einen Abschwung auf. Hauptsächlich verantwortlich für die schlechten Umfragewerte, ist die Krise in der EU. Die deutschen Exporte fließen zu 40 Prozent in die Währungsunion ein.

Deutsche Unternehmen zeigen sich außerdem besorgt über die ebenfalls kritische Lage in einigen Schwellenländern, welche auch Konjunkturschwächen aufweisen. Das Wachstum in China ist dieses Jahr beispielsweise so gering wie zuletzt im Jahr 1999. Auch das BIP Indiens legt zu Jahresbeginn einen so schwachen Start hin wie zuletzt vor 9 Jahren.

Experten sind sich einig, dass auch Deutschland nicht immun gegen die Krise ist. Durch die bisher robuste Binnennachfrage, werde Deutschland zwar nicht in die Rezession fallen, dennoch sei nur mit einem schwachen Wachstum zu rechnen, so Citigroup Experte Jürgen Michels.

Investoren reagierten weniger exaltiert auf den Einbruch des ZEW-Index. Der Dax verzeichnete zunächst kleine Verluste, notierte aber zuletzt ein plus von 0,8 Prozent auf 6299 Punkte und schafft es somit am Dienstag auf sein Tageshoch. Der schwache ZEW-Index belastet die deutsche Börse damit nur geringfügig.

Unzumutbare Schreiben der Telekom gerichtlich untersagt

Das Landesgericht Bonn sowie das Oberlandesgericht Köln sind sich einig – irreführende Schreiben der Telekom AG, welche ungewünschte Auftragsbestätigungen an Kunden enthalten sind unzulässig und verstoßen gegen die Regeln des Wettbewerbs. Foto: Qualle / wikipedia.org

BERLIN (DerFinanzer) – Das Landesgericht Bonn sowie das Oberlandesgericht Köln sind sich einig – irreführende Schreiben der Telekom AG, welche ungewünschte Auftragsbestätigungen an Kunden enthalten sind unzulässig und verstoßen gegen die Regeln des Wettbewerbs. Das berichtet der „Tagesspiegel“ am Montag, den 11. Juni.

Erst durch eine verbindliche Auftragsbestätigung durch den Kunden sind Schreiben dieser Art zulässig. Bezüglich der Vorwürfe sind mehrere Fälle öffentlich geworden. Beispielsweise von einem Mann, welcher in einem Telekom-Shop eigentlich nur Fragen bezüglich seiner Telefonrechnung klären wollte. Anschließend nahm er an einer Kundenumfrage zum Thema Sport, Musik und Film teil. Nur wenige Wochen später wurde dem Kunden eine Auftragsbestätigung des „Entertainment Comfort“ -Tarifpaketes zugesandt.
In einem anderen Fall wurden Begrüßungsschreiben von Seiten der Telekom verfasst, nachdem Call-Center Mitarbeiter Neukunden akquirieren wollten. Auch eine Verbraucherin, welche das Angebot ablehnte, erhielt kurze Zeit später ein solches Schreiben, welches sie als neuen Kunden der Telekom willkommen hieß.

Leider handelt es sich bei den genannten Beispielen nicht um Einzelfälle. In der Verbraucherzentrale Hamburg beispielsweise ist eine Vielzahl weiterer Beschwerdemeldungen eingegangen, wobei Kunden unerwünschte Zusatzleistungen „bestätigt“ wurden, welche mit erhöhten Kosten verbunden sind.

Die zuständigen Richter sahen in diesen Fällen eine „unzumutbare Belästigung“. Kunden sind verunsichert und haben meist großen Aufwand damit, unerwünschte Vertragsabschlüße wieder rückgängig zu machen. Als Reaktion darauf will Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger das Bußgeld für rechtswidrige Schreiben per Gesetz erhöhen. René Obermann, Geschäftsführer der Deutschen Telekom AG, wurde bereits von der Verbraucherzentrale Bundesverband dazu aufgefordert, eine Versendung von Schreiben dieser Art zukünftig zu verhindern.