Positive Konsumlaune trotz Euro-Krise

Die Konsumstimmung in Deutschland ist trotz Euro-Schuldenkrise auf Hochtouren. Das Marktforschungsinstitut GfK gab am Donnerstag in Nürnberg bekannt, dass in Juli das Konsumverhalten deutscher Verbraucher abermals anstieg. Foto: brainsheed / photocase.com
NÜRNBERG (DerFinanzer) – Die Konsumstimmung in Deutschland ist trotz Euro-Schuldenkrise auf Hochtouren. Das Marktforschungsinstitut GfK gab am Donnerstag in Nürnberg bekannt, dass im Juli das Konsumverhalten deutscher Verbraucher abermals anstieg. Das berichtet „FOCUS Online“ am Donnerstag, 26. Juli 2012.

Obgleich Bankvolkswirte eine stabile Stimmung prognostizierten, stieg der Konsum im Vergleich zum Vormonat um 0,1 auf 5,9 Punkte an. Damit erreicht das Konjunkturbarometer den höchsten Stand seit Mitte März. Auch dieser schwache Anstieg zeigt, dass sich das Konsumklima trotz drohender Verschärfung der Euro-Krise noch immer auf hohem Niveau befindet.

Andere Ausmaße nehmen hingegen andere Indikatoren der Verbraucherstimmung an: Die Konjunkturerwartung stürzen um 8,6 Punkte auf 5,6 Zähler ein, was die Konjunkturzuversicht seit Dezember 2011 unterhalb der Nulllinie rutschen lässt. Eine negative Entwicklung lässt sich auch bei den Einkommenserwartungen beobachten, während Anschaffungsabsichten hingegen eine leichte Steigerung verzeichnen.

Binnenwirtschaftliche Faktoren seien ein Grund für das stabile Konsumverhalten der Deutschen, berichtet GfK- Experte Rolf Bürkl im Gespräch mit dpa-AFX. So stimmen vor allem die stabile Arbeitsmarktlage sowie ordentliche Tariflohnabschlüsse die Verbraucher zuversichtlich. Dieser betont außerdem die besonders wichtige Aufgabe der Konsumenten, die schwache Konjunktur im Außenhandel auszugleichen.

In welche Richtung sich die deutsche Konjunktur weiterhin entfalten wird, hängt sehr stark mit der weiteren Entwicklung im Euroraum zusammen. Eine Eskalation der Schuldenkrise würde unmittelbar eine schlechtere Verbraucherstimmung zur Folge haben. Auch auf dem Arbeitsmarkt würde dies negative Auswirkungen haben, was ebenfalls zur Belastung des Konsumverhaltens führe, so Bürkl.

IBM erhöht Gesamtjahresprognose

Der US-Technologiekonzern IBM erzielte im zweiten Quartal des Jahres 2012 einen schwächeren Umsatz als prognostiziert. Dennoch hebt das Unternehmen die Ergebnisse für die Gesamtjahresprognose an. Foto: Mit freundlicher Genehmigung der International Business Machines Corporation. Nicht autorisierte Verwendung untersagt.
NEW YORK (DerFinanzer) – Der US-Technologiekonzern IBM erzielte im zweiten Quartal des Jahres 2012 einen schwächeren Umsatz als prognostiziert. Dennoch hebt das Unternehmen die Ergebnisse für die Gesamtjahresprognose an. Das berichtet „Reuters“ am Donnerstag, den 19. Juli 2012.

Pro Aktie wird nun von einem Gewinn von 15,10 Dollar ohne Sonderposten ausgegangen, statt wie bislang 15,00 Dollar. Diese Mitteilung überbrachte der Konzern am Mittwoch nach Schluss der New Yorker Börse. Zwar verzeichnete IBM im letzten Quartal einen schwächeren Umsatz, doch optimistisch stimmte IBM die gestiegene Nachfrage im Software-Dienstleistungssektor, wodurch eine Steigerung des Nettogewinns erzielt werden konnte. Die Konkurrenten Dell und Oracle konnten mit positiven Werten auf Distanz gehalten werden. Im zweiten Quartal brachte IBM 4,1 Milliarden US-Dollar ein. Die Analyseerwartungen verkaufter Aktien lagen ursprünglich bei 3,43 Dollar. Tatsächlich lag das Ergebnis ohne Sonderposten nun bei 3,51 Dollar und übertrafen somit die Erwartungshaltung von Analysten.

In einer Erklärung für den schwächeren Umsatz im vergangenen Quartal, machte Chief Financial Officer Mark Loughridge Währungseffekte verantwortlich. Dieser sank im vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 25,8 Milliarden Dollar, sodass die Einschätzungen durch Experten nicht eintrafen.
Auch im zweiten Halbjahr 2012 rechnet Loughridge mit belastenden Währungseffekten von zwei Milliarden Dollar. Nach Börsenschluss gewannen die IBM Aktien 2,5 Prozent. Innerhalb der letzten 3 Monate verlor der Konzern hingegen elf Prozent des eigenen Aktienwertes.

Weitere Unternehmen wie Cisco Systems sprachen in der vergangenen Woche eine Warnung aus, dass Technologie-Ausgaben in der zweiten Hälfte des Jahres rückläufig sein werden.

Große Sicherheitslücke bei Zahlung mit EC-Karte

Eine große Sicherheitslücke sorgt für Aufregung im Einzelhandel. Mithilfe eines Tests konnte festgestellt werden, dass Hacker die Möglichkeit haben, Daten von EC-Karten mitsamt Geheimnummer auszulesen. Hersteller und Banken sollen bereits seit Monaten von dieser Möglichkeit gewusst haben. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
KÖLN (DerFinanzer) – Eine große Sicherheitslücke sorgt für Aufregung im Einzelhandel. Mithilfe eines Tests konnte festgestellt werden, dass Hacker die Möglichkeit haben, Daten von EC-Karten mitsamt Geheimnummer auszulesen. Hersteller und Banken sollen bereits seit Monaten von dieser Möglichkeit gewusst haben, berichtet „FOCUS Online“ am Mittwoch.

IT Experten versuchten testweise Kartendaten und die dazu gehörige Geheimnummer an den Kassen des Einzelhandels auszulesen – mit Erfolg wie sich herausstellte. Durchgeführt wurde dieser Test durch das ARD-Magazin „Monitor“ (17.07.2012, 21.45 Uhr). Ohne kriminelle Absichten hatte man den externen Zugriff auf Originalgeräte unter prüfender Aufsicht durch Gutachter genauer unter die Lupe genommen.

Um Geld von betroffenen Konten abheben zu können, müssen Betrüger nicht einmal im Besitz der EC-Karten sein. Diese können anhand der darauf gespeicherten Daten vervielfältigt und anschließend bei der Geldbeschaffung am Automaten eingesetzt werden. Betrugsversuche dieser Art werden dabei größtenteils aus dem Ausland verübt. Geräte, an welchen diese Sicherheitslücke identifiziert wurde, stammten von VeriFone. Demnach ist davon auszugehen, dass etwa 300.000 Geräte von dieser Sicherheitslücke betroffen sein könnten.

Die Vorwürfe gegenüber dem Software Hersteller wurden bereits bestätigt. Momentan sei man dabei, ein Software Update zu programmieren, um die Sicherheit im System wieder gewährleisten zu können. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft – Spitzenverband der Geldinstitute meldet sich zu Wort. Um eine gefahrlose Zahlung mit EC-Karte weiterhin garantieren zu können, müsse schnellstmöglich ein Update verfügbar gemacht werden. Die Kenntnis über diesem Problem bestände immerhin schon seit einigen Monaten.

Das Magazin gibt an, dass im Handel jährlich 110 Mrd. Euro allein mit EC-Karte umgesetzt werden. Im Umlauf befinden sich derzeit 670.000 Terminals für die bargeldlose Zahlung mit insgesamt 97 Mio. EC-Karten.

Appell zu Euro-Protesten durch Ökonomen

Mit einem Appell wollen deutsche Ökonomen, allen Voran der Initiator Hans Werner Sinn als Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, die Kanzlerin sowie alle Bürger dazu aufrufen, gegen die jüngsten Beschlüsse im EU-Gipfel zu protestieren. Foto: checka / photocase.com
HAMBURG (DerFinanzer) – Mit einem Appell wollen deutsche Ökonomen, allen Voran der Initiator Hans Werner Sinn als Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, die Kanzlerin sowie alle Bürger dazu aufrufen, gegen die jüngsten Beschlüsse im EU-Gipfel zu protestieren. Behauptet wird in einem vorliegenden Entwurf, dass die Beschlüsse des Brüsseler Gipfels in der letzten Woche falsch wären und dass die Kanzlerin zu einer Zustimmung „gezwungen“ worden sei. Das berichtet „Spiegel Online“ am Donnerstag, den 5.Juli 2012.

Eine ablehnende Haltung Sinns war bisher nicht unbekannt, eine Konzentration einiger hochrangiger Ökonomen um diesen Protest verschärft die Sachlage jedoch erheblich. Sowohl der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Klaus Zimmermann, als auch der Dortmunder Statistiker Walter Krämer sprachen sich gegen die Beschlüsse aus und unterstützten den Entwurf zum Appell als Erstunterzeichner.

Vor allem die Beschlüsse zur geplanten Bankenunion beunruhigen die Wissenschaftler sehr. Sollte es zu einem Zusammenbruch der EU-Währungsunion kommen, so würde das einen Verlust der Bundesbank von 500 Mrd. Euro an andere Notenbanken bedeuten, warnen die Ökonomen. Eine kollektive Schuldenhaftung der Euro-Banken durch solide Euro-Länder erscheint unmöglich, da diese die Staatsschulden um das dreifache übersteigen würden. Marode Banken müssen auch zukünftig pleite gehen können.

In den Beschlüssen wurde festgehalten, dass Banken zukünftig aus den Rettungsfonds ESM rekapitalisiert werden, d.h. das den Instituten eine direkte Hilfe ausgezahlt werden kann. Solide Länder werden dadurch gezwungen, immer höhere Beträge an andere Länder zu überlassen, sofern sie der Vergemeinschaftung der Haftung für Bankschulden zustimmen. Besonders die Folgeschäden, welche sich für nachfolgende Generationen ergeben, werden in dem Appellentwurf betont.