Deutsche Bank will Macht über Postbank ergreifen

Verfasst von am Mi., 11.01.2012 - 10:52

Die Deutsche Bank hat bekannt gegeben, dass sie für die Deutsche Postbank einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag verhandelt. Dadurch würde die Postbank den Rest ihrer Eigenständigkeit verlieren.

Die Deutsche Bank hat bekannt gegeben, dass sie für die Deutsche Postbank einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag verhandelt. Dadurch würde die Postbank den Rest ihrer Eigenständigkeit verlieren. Foto:© Deutsche Bank AG

FRANKFURT (DerFinanzer) – Die Deutsche Bank hat bekannt gegeben, dass sie für die Deutsche Postbank einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag verhandelt. Dadurch würde die Postbank den Rest ihrer Eigenständigkeit verlieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“ am Mittwoch.

Am Dienstagabend kündigten die beiden Banken an, dass sie bald Verhandlungen über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag für die Postbank anstreben. Falls dieser Vertrag in Kraft tritt, können die Postbank-Kleinaktionäre nur noch zwischen einer Garantiedividende oder einem Abfindungsangebot für ihre Papiere wählen. Bis zum 5. Juni sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein. Damit der Vertrag bei der Postbank-Hauptversammlung zur Abstimmung kommen kann.

Erst mit einer 75-Prozentigen-Mehrheit bei der Abstimmung kommt der Vertrag zustande. Bis Juni hat die Deutsche Bank die Mehrheit sicher, denn bis Ende Februar bekommt sie die 39,5 Prozent Aktien der Deutschen Post. Die Deutsche Bank hält damit dann 91 Prozent der Postbank-Anleihen. Mit 95 Prozent der Aktien könnte das Institut die Postbank von der Börse nehmen und die Kleinaktionäre hinausdrängen.

Ein Postbank-Sprecher sagte, dass der Beherrschungsvertrag die Integration in den Konzern erleichtere. Für die Deutsche Bank bringt er steuerliche Vorteile und eine verbesserte Eigenkapitalstruktur.

Das Abfindungsangebot der Postbank-Minderheitsaktionäre soll sich nach dem Durchschnittskurs der Postbank-Aktie richten. Der Postbank-Kurs stieg am Dienstag auf 24,94 Euro, im Xetra-Handel war dies ein Zwölf-Monats-Hoch. Im Abendhandel legte die Aktie noch einmal um 5,3 Prozent auf 25,68 Prozent zu.