Italien: Zinsen steigen auf sieben Prozent

Verfasst von am Do., 10.11.2011 - 09:38

Italien: Zinsen steigen auf sieben Prozent

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ROM (DerFinanzer) – Im hochverschuldeten Italien sind die Zinsen für italienische Staatsanleihen am Mittwoch auf mehr als sieben Prozent gestiegen. Nach Angaben von „Reuters“ erzielte Italien ein derartiges Niveau erstmals seit der Euroeinführung. Insofern die Zinsen nicht sinken, wird sich Italien auf Dauer nicht mehr refinanzieren können.

Vertreter der EU erklärten daraufhin, dass es keine Pläne gebe, die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone vor einem Finanzdebakel zu retten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an die italienische Regierung, zügig die angestrebten Reformen umzusetzen.

Unterdessen bemüht sich Präsident Giorgio Napolitano gemeinsam mit der Opposition Klarheit über den künftigen Kurs Italiens herzustellen. Am Montag werde eine Haushaltsreform im Parlament verabschiedet. Danach plane Napolitano, mit allen politischen Parteien Gespräche aufzunehmen. Um die Glaubwürdigkeit Italiens wiederherzustellen und das Vertrauen der Finanzmärkte zu gewinne, sei rasches Handeln notwendig. „Dies erfordert ein sofortiges und nachhaltiges Bekenntnis zu soliden Staatsfinanzen“, sagte Napolitano.

Die Verabschiedung der geplanten Haushaltsreform hatte Berlusconi zur Bedingung für seinen Rücktritt gemacht. Berlusconi habe vor, nach entsprechender Umsetzung der Reformen zurückzutreten und kündigte für Anfang Februar Neuwahlen an, wobei er selbst nicht kandidieren werde.

Analysten zufolge seit nun das südeuropäische Land genau an der Stelle, an der sich auch Griechenland, Portugal und Irland befanden, bevor sie finanzielle Unterstützung des Euro-Rettungsschirms benötigten. Die Rücktrittserklärung Berlusconis allein, sei keine Garantie dafür, dass sich die Finanzmärkte beruhigen und eine Eskalation der Schuldenkrise abgewendet werden kann.