Metro-Chef Cordes räumt Vorstandsposten

Verfasst von am Mo., 10.10.2011 - 11:38

Metro-Chef Cordes räumt Vorstandsposten

Foto: © Metro AG

DÜSSELDORF (DerFinanzer) – Der Metro-Chef Eckhard Cordes hat seinen Rückzug angekündigt. Laut Cordes fehle die nötige Vertrauensbasis, um sich erneut für das Amt des Vorstandsvorsitzenden zur Verfügung zu stellen.

Zustimmung erntete Cordes zuletzt nur noch von den Aktionärsfamilien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck. Nach Angaben des amtierenden Vorstandsvorsitzenden hätte diese eine Verlängerung seines Vertrages nicht nur „ausdrücklich unterstützt“, sondern sich „auch gewünscht“. Heftigen Gegenwind erhielt Cordes jedoch bereits seit Wochen aus den Reihen der Anteilseigner sowie seitens der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Die Arbeitnehmervertreter werfen dem 60-jährigen Cordes einen rigiden Sparkurs vor. Indes hat es Cordes in den Augen der Anteilseigner bislang versäumt, wichtige Ziele umzusetzen. So zählt unter anderem die Warenhauskette Galeria Kaufhof schon seit vier Jahren nicht mehr zum Kerngeschäft des Konzerns, sodass bereits seit längerem geplant wird, die Kette abzustoßen. Darüber hinaus müsste auch dringend über eine mögliche Trennung von den SB-Warenhäusern Real befunden werden. In diesem Fall muss es nicht zwangsläufig zum Verkauf kommen. Auch ein Verbleib innerhalb des Konzerns sei denkbar. Ebenso sorgt auch die andauernde Talfahrt der Metro-Aktie seit Anfang des Jahres für schlechte Stimmung.

Auch die Minderheitsgesellschafter der Media-Saturn-Gruppe, Erich Kellerhals und Leopold Stiefel, sind dem Metro-Chef ein Dorn im Auge. Ihr Vetorecht habe nach Ansicht Cordes wichtige strategische Entscheidungen zur Neuaufstellung der Elektronikmarktkette verhindert. So sei beispielsweise der späte Einstieg ins Online-Geschäft schuld, dass Media-Saturn im zweiten Quartal von 2011 erstmals rote Zahlen schrieb und nun in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt.

Der Metro-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Kluge bedankt sich unterdessen bei Cordes für seine Ambitionen, das Unternehmen „zunächst weiterzuführen und geordnet zu übergeben.“ Wann genau eine derartige Übergabe stattfinden wird und vor allem wer als Nachfolger in Betracht gezogen werden könnte, ist bislang noch ungewiss. Offiziell läuft der Vertrag von Cordes zum 31.Oktober 2012 aus.