Risiko Südamerika: Argentinien steht vor dem Staatsbankrott

Verfasst von am Mo., 7.07.2014 - 11:52

Noch 30 Tage hat die argentinische Regierung Zeit, um den Staatsbankrott abzuwenden. Eigentlich befindet sich das Land bereits jetzt, Ende Juni 2014, in einem Zahlungsausfall. Doch erst in einem Monat wird dies von den internationalen Ratingagenturen als Staatsbankrott gewertet.

30 Tage Gnadenfrist für Argentinien

Nach der jüngsten Krise im Jahr 2001 steht die drittgrößte Volkswirtschaft erneut vor einer Staatspleite. Die Wurzeln der aktuellen Problematik liegen in der Vergangenheit: Bei der Krise im Jahr 2001 einigten sich Anleger und der argentinische Staat darauf, dass nur ein Teil des Werts der argentinischen Staatsanleihen zurückbezahlt werden. 90 % der Gläubiger einigten sich binnen des Jahres 2010 mit Argentinien.

Auseinandersetzung mit Hedge-Fonds – Oberster Gerichtshof entscheidet

Allerdings akzeptierten dies nicht alle Schuldner: Rund 7 % der Gläubiger akzeptierten keine Umschuldung. Darunter auch einige Hedge-Fonds, die Argentiniens Staatspapiere dann zu niedrigsten Preisen kauften, als längst schon bekannt war, dass es sich um Schrottwerte handelt.

Angst vor Bankrott

Angst vor Bankrott

Die Hedge-Fonds pochten auf die Einhaltung der Verträge – auch, weil die fraglichen Anleihen einst unter US-Recht ausgegeben wurden. Nun hat der New Yorker Richter Thomas Griesa vom obersten US-Gericht entschieden: Argentinien muss 1,5 Milliarden Dollar an den Hedgefonds NML Capital zahlen. Aufgrund der Entscheidung werden auch andere Gläubiger nachrücken und auf eine Rückzahlung pochen – insgesamt stehen über 15 Milliarden Dollar aus.

15 Milliarden Dollar Zahlungsverpflichtungen an „Geierfonds“

Argentiniens Präsidentin Kirchner erklärte bereits öffentlich, dass „Geier“ wie NML Capital nicht das ganze geforderte Geld bekommen werden. „Als Präsidentin“, so Cristina Fernandez de Kirchner
„kann ich das Land nicht einer solchen Erpressung unterwerfen“.

Im Schuldenstreit mit den Hedgefonds verteidigte Argentinien seine Position auch, indem große Annoncen in europäischen Zeitungen erschienen („FAZ“, „El Pais“, „Financial Times“). Weil die fälligen 15 Milliarden Dollar mehr seien als die Hälfte der gesamten Devisenreserven der Zentralbank, sei eine Zahlung nicht möglich. Greift die amerikanische Regierung nicht ein, wird Argentinien Ende Juli wohl zahlungsunfähig sein.