Siemens: über 23 Millionen für den Rücktritt von Löscher und Ederer

Verfasst von am Sa., 30.11.2013 - 13:11

Der Wechsel der Vorstandsspitze wird für den Siemenskonzern zu einer hohen finanziellen Belastung. Wie dem jüngsten Geschäftsbericht zu entnehmen ist, kostet allein der vorzeitige Wechsel des Vorstandschefs Peter Löscher das Unternehmen über 17 Millionen Euro, davon 2,2 Millionen alleine für eine Sonderzahlung zur Altersvorsorge.

Etwas günstiger ist der Weggang der Personalchefin Brigitte Ederer, die nach einem Streit mit den Arbeitnehmervertretern ihren Posten räumen musste. Sie soll insgesamt 6,5 Millionen Euro erhalten, 900.000 Euro gehen davon an ihre Rentenkasse.

17 Millionen für zwei Jahre Untätigkeit

Eine der Bedingungen besagt, dass Peter Löscher bis zum September 2015 nicht für ein konkurrierendes Unternehmen tätig werden darf. Dafür zahlt ihm Siemens noch zwei Jahre lang sein volles Gehalt plus Zusatzleistungen – insgesamt 14,8 Millionen brutto und 2,24 Millionen für die betriebliche Altersversorgung.

Teure Abfindungen

Teure Abfindungen

Zusätzlich darf er auch noch weitere Vergütungen wie Auslagen bis 100.000 Euro plus Mehrwertsteuer abrechnen. Der Manager musste gehen, nachdem er zwei Gewinnwarnungen hintereinander verkünden musste und in einem internen Machtkampf unterlag. Deshalb sah sich der Vorstand gezwungen, seinen regulär bis 2017 laufenden Vertrag vorzeitig zu beenden.

Die Frauenquote sinkt auf null Prozent

Auch Brigitte Ederer wurde gezwungen, ihre Anstellung zwei Jahre vor Vertragsablauf zu beenden. Inoffiziell wird berichtet, dass vor allem die IG Metall auf ihren Rücktritt gedrängt haben soll, öffentlich berufen sich die Verantwortlichen jedoch auf Pläne zur Verkleinerung des Vorstands, der von zehn auf sieben Sitze schrumpfen soll.

Dieser Ausschluss belastet die Bilanzen derweil mit weiteren Millionensummen. Gleichzeitig wird auch die Schweizerin Barbara Kux ausscheiden, die für den Einkauf zuständig war. Damit sind im künftigen Vorstand keine Frauen mehr vertreten, pikant ist das besonders deshalb, weil der neue Chef des Konzerns Joe Kaeser sich offen für eine gesetzliche Quotenregelung ausgesprochen hat.

Das Unternehmen reagiert mit einer Begrenzung der Abfindungen

Auch intern sind die bisherigen Regelungen zur Berechnung von Abfindungen in der Kritik, in Zukunft sollen derartig große Zahlungen durch eine Umstellung verhindert werden.

Damit sollen neue Leitlinien zur „Corporate Governance“, zur guten Unternehmensführung, umgesetzt werden. Neu ist, dass nun auch die künftige Entwicklung der Aktienkurse in die Begrenzung mit einbezogen werden soll, die bei den bisher angewandten Klauseln noch nicht berücksichtigt wurden.