Einkaufsmanager-Index: Chinas Wirtschaft schwächelt

Die schwächere Auslandsnachfrage von China hat sich auf den Einkaufsmanager-Index niedergeschlagen. Im Dezember stieg dieser auf 48,7 Zähler, liegt aber unter der Grenze von 50-Punkten. Die chinesische Regierung könnte jetzt die Risikopuffer für Kreditvergaben lockern.
Die schwächere Auslandsnachfrage von China hat sich auf den Einkaufsmanager-Index niedergeschlagen. Im Dezember stieg dieser auf 48,7 Zähler, liegt aber unter der Grenze von 50-Punkten. Die chinesische Regierung könnte jetzt die Risikopuffer für Kreditvergaben lockern. Foto: photocase.com © timo074

PEKING (DerFinanzer) – Die schwächere Auslandsnachfrage von China hat sich auf den Einkaufsmanager-Index niedergeschlagen. Im Dezember stieg dieser auf 48,7 Zähler, liegt aber unter der Grenze von 50-Punkten. Die chinesische Regierung könnte jetzt die Risikopuffer für Kreditvergaben lockern. Das berichtet das „Handelsblatt“ am Freitag.

Die Industrie von China schwächelt auch zum Ende des Jahres. Experten gehen davon aus, dass die Wirtschaft, durch eine Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbank, angekurbelt werden könnte. Im November betrug der Einkaufsmanager-Index der britischen Großbank HSBC 47,7 Zähler. Im Dezember stieg er um 1,0 Punkt auf 48,7 Zähler an. Damit liegt der Wert unter der 50-Punkte-Marke, welche Wachstum signalisiert. „Das Tempo der Abkühlung stabilisiert sich zwar, aber die schwächere ausländische Nachfrage macht sich langsam bemerkbar“, sagte HSBC-Ökonom Qu Hongbin.

Von der chinesischen Zentralbank wurden im November, erstmals seit drei Jahren, die Mindestreserve-Anforderungen der Banken gesenkt. Den Banken soll damit ermöglicht werden, mehr Darlehen an die Unternehmen auszugeben. Die Mindestreservequote liegt bei 21 Prozent, könnte aber nach Experten Ansichten noch weiter gesenkt werden. Fachleute vermuten aber zuerst eine Senkung der Leitzinsen, falls das Wirtschaftswachstum von China unter acht Prozent rutscht. Analysten rechnen für Ende 2011 mit einem Wachstum von weniger als 9,0 Prozent.

China: Satelliten-Navigationssystem „Beidou“ startet Testbetrieb

China hat mit "Beidou" sein eigenes satellitengestütztes Ortungs- und Navigationssystem im Testbetrieb gestartet.
China hat mit "Beidou" sein eigenes satellitengestütztes Ortungs- und Navigationssystem im Testbetrieb gestartet. Foto: photocase.com © Harmakhis

PEKING (DerFinanzer) – China hat mit „Beidou“ sein eigenes satellitengestütztes Ortungs- und Navigationssystem im Testbetrieb gestartet. Dies teilte die Volksrepublik am Dienstag mit. Ab 2012 soll das System offiziell gestartet werden und eine Abdeckung eines Großteils der Region Asien-Pazifik ermöglichen. Ab 2020 soll gar eine globale Beobachtung möglich sein. Ähnlich wie Europa, das derzeit das unabhängige Satellitensystem „Galileo“ testet, ist auch die Volksrepublik bei Ortungssystemen von US-amerikanischen Satelliten abhängig. Das System biete neben Positionsbestimmungen auch Navigation und Zeitbestimmung, so Ran Chengqi, Direktor chinesischen Satellitennavigationszentrums.

Nach Angaben von staatlichen Medien könnten für das Vorhaben der Volksrepublik bis zu 35 Satelliten erforderlich sein. Bislang sollen bereits zehn Satelliten für das Ortungs- und Navigationssystem in die Erdumlaufbahn befördert worden sein. Weitere sechs Satelliten sollen im kommenden Jahr folgen.

„Beidou“ soll vor allem zur Telekommunikation und Wetterbeobachtung aber auch zur Beschaffung von Informationen für die Fischerei genutzt werden. Beobachter rechnen aber auch mit einem Zugriff durch das chinesische Militär. Bisher sind die Streitkräfte der Volksrepublik vom US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) abhängig und zeigen sich zunehmend unzufrieden. Das chinesische Militär befürchtet zudem, dass die USA das System für China im Falle eines Konflikts abschalten könnte.

China will Strafzölle für US-Autos einführen

China will Strafzölle für US-Autos einführen
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PEKING (DerFinanzer) – China will Strafzölle für US-Autos einführen. Im Fokus der Volksrepublik stünden US-Importe in den Ausführungen Limousinen und Geländewagen. Die Strafzölle sollen bis zu 21,5 Prozent betragen und zwei Jahre andauern. Sie sollen zusätzlich zu den normalen Einfuhrzöllen in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Es soll eine Staffelung der Strafzölle nach Hersteller und Modell erfolgen, teilte die Regierung in Peking mit.

Das chinesische Handelsministerium betonte, dass die Entscheidung „auf Gesetzen und Tatsachen“ beruhe. Die zweijährige Untersuchung im Vorfeld sei „objektiv, gerecht und verantwortlich“, erklärte die Regierung weiter. Erst 2008 hatte US-Präsident Barack Obama Reifenimporte aus China für drei Jahre mit Strafzöllen in Höhe von 35 Prozent belegt. Der Grund waren Dumpingvorwürfe. Mit den Strafzöllen auf US-Autos würde China nun ein ähnliches Vorgehen im Wirtschaftsstreit zwischen den beiden Ländern wählen, heißt es aus Beobachterkreisen.

„China Daily“ sieht die Strafzölle als eine Warnung an andere Länder an. China soll als gleichrangiger Partner im Welthandel anerkannt werden. Bis 2016 können andere Länder, wie die USA oder Europa, relativ einfach Anti-Dumping Verfahren gegen China einleiten. Erst wenn China nach 15 Jahren WTO-Mitgliedschaft den Marktwirtschaftsstatus erhält, sind solche Verfahren schwerer zu gestalten.

Die Zölle richten sich aber auch an ausländische Autohersteller wie zum Beispiel Mercedes, BMW oder Honda. Sie verkaufen aus ihren US-Werken Automobile nach China. Laut der „National Business Daily“ sollen die Mehrbelastungen in Höhe von 2,7 Prozent bei Daimler und 2,0 Prozent bei BMW kaum ins Gewicht fallen. Volkswagen sei von den Zöllen nicht betroffen, da das Unternehmen keine Wagen aus der US-Fertigung nach China exportiere. Für General Motors würden die Zwangsabgaben auch nicht ins Gewicht fallen. Die Importe von GM betrugen 2010 weniger als 0,5 Prozent der einheimischen Auto-Produktion in China.

Produktion in China sinkt durch Schuldenkrisen

Produktion in China sinkt durch Schuldenkrisen
Foto: photocase.com © timo074

PEKING (DerFinanzer) – Der Einkaufsmanagerindex (PMI) in China ist nach zweieinhalb Jahren erstmals gefallen. Im November sank der Index unter den Stand von 50 Punkten und kam bei einem Wert von 49 Zählern zum Erliegen, nach einem Stand von 51,4 Punkten im Oktober. Das meldete der Chinesische Logistik- und Einkaufsverband CLFP am Donnerstag.

Chinas Exporte, dessen Abnehmer überwiegend die USA und die Euro-Zone sind, litten im November vor allem unter der Eurokrise und der Schuldenkrise in den USA. Die chinesischen Exporteure konnten aus diesem Grund deutlich weniger Aufträge generieren. Seit Juni pendelte der PMI-Index zuletzt zwischen einem Wert von 50 und 51 Punkten. Jeder Wert über 50 Punkten deutet ein Wachstum im Sektor an. Ein Wert unterhalb signalisiert einen Rückgang der Produktion.

Die Regierung will den Fokus nun vermehrt auf das innere Wirtschaftswachstum legen anstatt auf die Senkung der Inflation. Dafür gab die chinesische Notenbank am Mittwoch den Anstoß. Die Notenbank senkte erstmals seit fast drei Jahren die Anforderungen an die Mindestreserve für Geschäftsbanken von 21,5 Prozent auf 21 Prozent. Zuvor hatte sich die Regierung in Peking durch ihr Handeln mehrfach für die Senkung der Inflationsrate ausgesprochen.

China: UBS und Citigroup senken Wachstumsprognose

UChina: UBS und Citigroup senken Wachstumsprognose
Foto: © wikimedia.org
PEKING (DerFinanzer) – Die Schweizer Großbank UBS sowie der US-Finanzdienstleister Citigroup haben beide ihre Wachstumsprognosen für China für das Jahr 2012 gesenkt. Dies geht unter anderem aus einem Bericht von „BoerseGo.de“ hervor.

Hiernach hätten aktuelle Kalkulationen ergeben, dass im kommenden Jahr mit rückläufigen Wohnungsverkäufen in China zu rechnen sei. Ebenso müsse mittlerweile auch eine Rezession in Europa eingeplant werden. Da Europa nach wie vor den wichtigsten Exportmarkt Chinas darstelle, bliebe eine derartige Entwicklung auch für das Riesenreich nicht ohne Auswirkungen. „Ein deutlich schwächeres Wachstum in der Eurozone wird sich im Rest der Welt und auch in China bemerkbar machen“, äußerte sich Wang Tao, ein Volkswirt der UBS in Hongkong.

Nachdem die Ökonomen der Schweizer Großbank UBS ursprünglich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 8,3 Prozent für das kommende Jahr prognostiziert hatten, sei nun nur noch mit einem Wachstum von 8 Prozent zu rechnen.

Auch bei dem US-Finanzdienstleister Citigroup haben die Volkswirte ihre Kalkulationen für 2012 nach unten korrigiert. Von vormals 8,7 Prozent rechnen die Experten der Citigroup im kommenden Jahr nur noch mit einem Wachstum des BIP von 8,4 Prozent.

EU-USA-Gipfel: Umgang mit China und Asien

EU-USA-Gipfel: Umgang mit China und Asien
Foto: Official White House © Samantha Appleton
WASHINGTON (DerFinanzer) – Im Rahmen des EU-USA-Gipfels hat die Europäische Union angeboten, im Sinne des Transatlantischen Bündnisses gemeinsam mit den USA die Beziehungen zu Asien und China zu knüpfen. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, sei die Sorge der Europäer groß, dass sich Washington verstärkt nach Asien orientieren könne.

Dem Vertreter der Europäischen Union, Joao Vale de Almeida, zufolge, sei es notwendig, die transatlantische Zusammenarbeit zu intensivieren, um entsprechend stabil auf den Aufstieg neuer Mächte reagieren zu können. „Wir befinden uns an einem entscheidenden Wendepunkt, zu dem nicht nur unsere ökonomischen Interessen, sondern auch unsere Werte zur Debatte stehen“, äußerte sich der Vertreter der EU gegenüber Journalisten. Es sei an der Zeit, dass die USA und die EU gemeinsam Regeln im Hinblick auf einen fairen Welthandel aufstellen.

Hiernach fordert Bruce Stokes vom German Marshall Fund von den beiden Bündnispartnern, China geschlossen dazu zu zwingen, sich den im transatlantischen Sektor gültigen Normen zu unterwerfen. Neben einer Freihandelszone sei es notwendig, Vereinbarungen zu definieren, die den Schutz geistigen Eigentums ebenso berücksichtigen, wie die Fairness bei der Vergabe von Regierungsaufträgen.

Ein Beispiel für ein vorbildliches gemeinsames Auftreten gegenüber der chinesischen Supermacht, sei nach Ansicht von Daniel Hamilton vom Zentrum für transatlantische Beziehungen an der Johns Hopkins Universität, die einheitliche Vorsprache amerikanischer sowie europäischer Verbraucherschutzbehörden in China nach dem Skandal über giftiges Spielzeug.

Demgegenüber warnt Hamilton jedoch davor, sich nur auf Asien zu konzentrieren. Allein aus der Geschichte und der geographischen Lage heraus, sollten sich die USA auf die pazifische Macht beschränken. „Die EU könnte die USA entlasten, wenn sie sich in anderen Regionen mehr tut – etwa bei der Unterstützung nordafrikanischer Staaten nach dem Arabischen Frühling“, so Hamilton.

Zu der Furcht der Europäer, die USA könnte sich von den bisher geknüpften Beziehungen verabschieden und verstärkt den asiatischen Mächten zu wenden, führten vor allem die Asienaufenthalte des US-Präsidenten Barack Obama sowie seiner Außenministerin Hillary Clinton. Um diesem Eindruck entgegen zu wirken, richtet Obama den diesjährigen EU-USA-Gipfel am Montag direkt im Weißen Haus in Washington aus.

Shenzhou 8: China und Deutschland kooperieren im All

Shenzhou 8: China und Deutschland kooperieren im All
Foto: © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
PEKING (DerFinanzer) – Mit dem chinesischen Raumschiff Shenzhou 8 haben China und Deutschland den nächsten Schritt hinsichtlich der gemeinsamen Erforschung des Weltalls getätigt. Wie „Stern.de“ berichtete, ist das chinesische Raumschiff Shenzhou 8 am Dienstag erfolgreich ins All gestartet. An Bord des unbemannten Raumschiffes befindet sich eine deutsche Versuchsanlage.

Vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi in Nordwestchina startete das Raumschiff mit einer Rakete vom Typ Langer Marsch und trennte sich 200 Kilometer über der Erde von dieser. In den nächsten zwei Tagen wird das „Magische Schiff“ ferngesteuert versuchen sich an das Weltraummodul Tiangong 1 anzudocken. Hierbei handelt es sich um das erste derartige Andockmanöver im chinesischen Raumfahrtprogramm. Insofern das Unterfangen gelingt, sollen zwei weitere Andockmanöver, eines davon mit Besatzung, folgen. Hintergrund dieser Flüge ist die im Aufbau befindliche erste chinesische Weltraumstation, die im Jahr 2020 fertiggestellt werden soll.

Erstmals startete mit dem Shenzhou 8 ein chinesisches Raumschiff mit einer deutschen Experimentierbox an Bord. Hierbei arbeitete die chinesische Raumfahrt erstmals weltweit mit einem anderen Staat zusammen. Die Simbox-Apparatur soll während des Fluges insgesamt 17 biomedizinische Experimente zur Schwerelosigkeit durchführen.

Mitfliegende Pflanzen, Fadenwürmen, Bakterien und menschliche Krebszellen werden fast drei Wochen lang der Schwerelosigkeit sowie der Strahlung des Weltraums ausgesetzt. Die deutschen und chinesischen Wissenschaftler erhoffen sich davon Erkenntnisse hinsichtlich der Reaktion von Pflanzen und Zellen auf Schwerkraft sowie den Wegfall derselben.

Unterdessen lobt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn die chinesische Raumfahrtorganisation. Der Vorstand des DLR Raumfahrtmanagements, Gerd Gruppe, betitelt diese als eine „großartige Leistung“ und sehe „ein erhebliches Potenzial, die Zusammenarbeit mit China bei der friedlichen Nutzung des Weltraums zu intensivieren.“