Herabstufung: Moody’s prüft Commerzbank-Rating

Die Ratingagentur Moody's hat der Commerzbank mit einer Herabstufung ihrer Bonität gedroht. Zurzeit würde geprüft, ob das „A2“-Rating für die langfristigen Schulden der Bank und das „A3“-Rating der Eurohypo-Tochtergesellschaft gerechtfertigt sei.
Die Ratingagentur Moody's hat der Commerzbank mit einer Herabstufung ihrer Bonität gedroht. Zurzeit würde geprüft, ob das „A2“-Rating für die langfristigen Schulden der Bank und das „A3“-Rating der Eurohypo-Tochtergesellschaft gerechtfertigt sei. Foto: © Julia Schwager, Commerzbank AG

FRANKFURT (DerFinanzer) – Die Ratingagentur Moody’s hat der Commerzbank mit einer Herabstufung ihrer Bonität gedroht. Zurzeit würde geprüft, ob das „A2“-Rating für die langfristigen Schulden der Bank und das „A3“-Rating der Eurohypo-Tochtergesellschaft gerechtfertigt sei. Das Teilte die Ratingagentur am Mittwoch mit.

Moody’s senkte die Einschätzung der Finanzstärke (BFSRs) der Commerzbank AG und Commerzbank Europe (Ireland) von „C-“ auf „D+“. Die Eurohypo wurde von „D-“ auf „E+“ gesenkt. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass das Risiko der Commerzbank durch die Probleme mit der Eurohypo steigt. Denn der Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo sei weniger Widerstandsfähig und für Marktverwerfungen anfällig. Dadurch wird auch das Kreditprofil der Muttergesellschaft, also der Commerzbank, beeinträchtigt.

Die Eurohypo wird wahrscheinlich, durch die sich zuspitzende Staatsschuldenkrise in Europa, für einen längeren Zeitraum Unterstützung benötigen. Wenn sich die Krise in der Eurozone weiter verschärfte, so Moody’s, könnte der Immobilien- und Staatsfinanzierer das ohne Hilfe möglicherweise nicht überstehen.

Commerzbank: Blessing stellt Schäuble Masterplan vor

Der Commerzbank-Chef Martin Blessing hat gestern seinen Masterplan für die Commerzbank Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgestellt. Schäuble soll die Pläne mit Wohlwollen begrüßt haben.
Der Commerzbank-Chef Martin Blessing hat gestern seinen Masterplan für die Commerzbank Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgestellt. Schäuble soll die Pläne mit Wohlwollen begrüßt haben. Foto: Commerzbank AG © Marc Darchinger

FRANKFURT (DerFinanzer) – Der Commerzbank-Chef Martin Blessing hat gestern seinen Masterplan für die Commerzbank Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgestellt. Schäuble soll die Pläne mit Wohlwollen begrüßt haben. Das berichtet das “Handelsblatt“ am Dienstag.

Die Commerzbank soll ihre Kapitallücke über 5,3 Milliarden Euro ohne Staatshilfe schließen können. Martin Blessing hatte Bundesfinanzminister Schäuble einen Masterplan vorgestellt, in dem Staatshilfen nicht vorgesehen sind. Falls Plan A doch scheitere, stellte Blessing auch Notfallpläne vor. Selbst in diesen sind keine Staatshilfen beachtet worden.

2,7 Milliarden Euro Kapital soll durch Abbau von risikotragenden Aktiva freigesetzt werden. In diesem Fall müssen Vermögenswerte verkauft oder die Kreditgeschäfte reduziert werden. Bei der Reduzierung des Kreditgeschäftes wären die Kernmärkte Deutschland und Polen ausgenommen. Die Regierung, als Hauptaktionär der Commerzbank, würde dem Plan sonst wohl auch nicht zustimmen. Die Europäischen Regierungen wollen eine Kreditklemme vermeiden.

Bis Juni will die Bank eine Milliarde Euro verdienen. Die Allianz soll eine stille Einlage von 750 Millionen Euro in hartes Kapital umwandeln. Viele Analysten sehen diese Ziele als ambitioniert an und bezweifeln durch die wirtschaftliche Lage, dass die Commerzbank am Ende wirklich ohne Staatshilfen auskommt.

Commerzbank: Kapitallücke dank Allianz bald geschlossen?

Die Commerzbank kann ihre milliardenschwere Finanzlücke durch Hilfe der Allianz womöglich teilweise schließen. Der Großaktionär der Commerzbank sei bereit, seine stille Einlage von 750 Millionen Euro so anzupassen, dass diese von der Commerzbank zur Verringerung der über 5 Milliarden Euro hohen Eigenkapital-Lücke verwendet werden kann.
Die Commerzbank kann ihre milliardenschwere Finanzlücke durch Hilfe der Allianz teilweise schließen. Der Großaktionär der Commerzbank sei bereit, seine stille Einlage von 750 Millionen Euro so anzupassen, dass diese von der Commerzbank zur Verringerung der über 5 Milliarden Euro hohen Eigenkapital-Lücke verwenden kann. Foto: © Julia Schwager, Commerzbank AG

FRANKFURT (DerFinanzer) – Die Commerzbank kann ihre milliardenschwere Finanzlücke durch Hilfe der Allianz womöglich teilweise schließen. Der Großaktionär der Commerzbank sei bereit, seine stille Einlage von 750 Millionen Euro so anzupassen, dass diese von der Commerzbank zur Verringerung der über 5 Milliarden Euro hohen Eigenkapital-Lücke verwendet werden kann. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend unter Berufung auf mehrere mit den seit Dezember laufenden Gesprächen vertrauten Personen.

Einen definitiven Beschluss der Allianz gebe es jedoch noch nicht. Laut Insiderinformationen sei die Commerzbank aber zuversichtlich, dass das geplante Paket rechtzeitig geschnürt werden könne. Damit käme die Bank ihrem Ziel, die von der europäischen Bankenaufsicht EBA aufgedeckte Kapitallücke ohne staatliche Hilfen zu schließen einem bedeutenden Schritt näher. Selbst wollten sich Allianz und Commerzbank zu der Sache bisher aber nicht äußern. Beide Papiere legten im nach der Meldung jedoch deutlich zu.

Der Versicherer Allianz hatte die stille Einlage über 750 Millionen Euro kurz nach der Übernahme der Deutschen Bank gezeichnet. Bisher wird sie von der EU-Bankenaufsicht aber nicht als „hartes“ Kapital anerkannt, da dem Versicherer ein Zinssatz von 9 Prozent auf den Betrag zusteht. Damit die Commerzbank das Kapital zur Schließung der Eigenkapital-Lücke verwenden kann, müssten die Zinsen stärker von der Höhe des Gewinns abhängig sein, berichtet Reuters weiter. Auch eine Umwandlung in Aktien könnte von Nöten sein.

Auch Händler sehen bereits bessere Chancen, dass die Commerzbank die Kapitallücke aus eigener Kraft schließen kann. Zu vier Fünftel könnte der Rettungsplan der Commerzbank mit Hilfe der Allianz bald perfekt werden. Insgesamt sollen 2,7 Milliarden Euro durch die Reduzierung von Risiken in der Bilanz aufgebracht werden. 700 Millionen Euro hat die Commerzbank bereits durch den Rückkauf von Hybridanleihen eingesammelt. Weitere 200 Millionen Euro dürften zudem durch den Verkauf der früheren Dresdner-Bank-Zentrale erlöst worden sein, so die Agentur.

Nachtrag, 12. Januar, 9:50 Uhr:
Laut Informationen der „Financial Times Deutschland“ ist noch unklar, ob die Allianz ihre Anteile tatsächlich in Aktien umwandeln will oder die Zinsabsprachen der stillen Reserve entsprechend geändert werden sollen. Bei einer Umwandlung in Aktien würde der Anteil der Allianz an der Commerzbank rund 15 Prozent betragen, berichtet das „Handelsblatt“. Damit würde die Allianz nach dem Staat zum zweitgrößten Aktionär bei der Commerzbank aufsteigen.

Commerzbank will künftig Kreditprodukte der Konkurrenz anbieten

Die Commerzbank hat sich dazu entschieden künftig auch Kreditprodukte der Konkurrenz anzubieten. Durch dieses Projekt soll das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden.
Die Commerzbank hat sich dazu entschieden künftig auch Kreditprodukte der Konkurrenz anzubieten. Durch dieses Projekt soll das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden. Foto: Commerzbank AG © Julia Schwager

FRANKFURT (DerFinanzer) – Die Commerzbank hat sich dazu entschieden künftig auch Kreditprodukte der Konkurrenz anzubieten. Durch dieses Projekt soll das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden.
Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch.

„Wir wollen unseren Kunden die besten Angebote auf dem Markt zur Verfügung stellen“, teilte Martin Zielke, Privatkundenvorstand bei der Commerzbank mit. In Hamburg laufe zur Zeit ein Pilotprojekt zur unabhängigen Vermittlung von Immobilienkrediten. Wenn das Projekt erfolgreich sei, soll das Angebot 2012 auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal, „das mach keine andere Filialbank“, betonte Zielke.

„Wir haben im Moment eine Vertrauenskrise“, heißt es weiter. Durch solch ein neues Angebot soll das Vertrauen der Kunden wiedergewonnen werden. „Wir müssen vieles viel besser erklären“, sagte Zielke weiter. “Viele Kunden wissen im Moment nicht, wie sie ihr Geld anlegen können“. Der Grund dafür sei vor allem die Unsicherheit an den Kapitalmärkten und die Schuldenkrise in der Euro-Zone.

Das angestrebte Ziel für 2012 von einem operativen Gewinn über 1 Milliarde Euro im Privatkundensegment „sei grundsätzlich“ erreichbar, nur der Zeitpunkt „hängt natürlich stark von den Marktbedienungen ab“, erklärte Zielke. 2011 verdiente die Commerzbank im Privatkundengeschäft, alleine in den ersten neun Monaten operativ 266 Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll durch die Dresdner-Bank-Integration in diesem Segment 300 Millionen Euro im Vergleich zu 2011 eingespart werden. In den vergangenen sechs Monaten habe das Privatkundengeschäft 3 Milliarden Euro an neuen Einlagen gewonnen. Die Einlagen sind auf die zwei Angebote Tagesgeld und Festgeld zurückzuführen.

„Solange sich das Kapitalmarktumfeld nicht nachhaltig verbessert, wird das Spuren im Geschäft hinterlassen“, sagte Zielke. Er versicherte aber, dass die Kunden der Bank in Deutschland nichts von den Sparanstrengungen des Konzerns zu spüren bekommen werden: „Die Kreditvergabe hierzulande wird nicht eingeschränkt.“ Vor allem im Bereich Immobilienkredite werde es keine Einschränkungen geben.

Commerzbank: Weitere Staatshilfe möglich

Commerzbank: Weitere Staatshilfe möglich
Foto: © Julia Schwager, Commerzbank AG

BERLIN (DerFinanzer) – Die Commerzbank soll mit der Bundesregierung erneut über Staatshilfen verhandeln. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über intensive Gespräche zwischen beiden Seiten. Dass die Regierung erneut mit frischem Kapital aushilft, sei ein „ Notfallplan“, hieß es aus dem Aufsichtsrat der Commerzbank. Bei den Gesprächen handle es sich um ständige Gespräche über die Rekapitalisierung der Bank. Doch der Druck auf die Commerzbank wächst. Der Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA hatte ergeben dass der Bank fünf Milliarden Euro an Kapital fehlt.

„Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen“, sagte der Finanzchef der Commerzbank Eric Strutz erst vergangene Woche. „Die Commerzbank soll im ersten Halbjahr 2012 so viel Kapital am Markt aufnehmen wie möglich, und dann sehen wir weiter“, hieß es aus Regierungskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones.

Bereits Ende 2008 und Anfang 2009 hatte die zweitgrößte deutsche Bank Staatshilfen erhalten, welche sich auf eine Höhe von 18,2 Milliarden Euro beliefen. Davon hatte die Bank 14 Milliarden an den Staat diesen Sommer zurückgezahlt. Dennoch hat der Bund weiterhin Anteile von der Bank. Durch den Stresstest könnte der Bund nun weitere Anteile übernehmen, um der Bank mit Kapital auszuhelfen. Die Bundesregierung will am Mittwoch einen Kabinettsbeschluss zur Wiederbelebung des Bankenrettungsfonds SoFFin fassen. Dieser soll vorerst bis Ende 2012 kriselnden Banken zu neuem Kapital verhelfen. Somit stellt der Fonds auch eine Hilfe für die Commerzbank dar.

Die Gerüchte über eine erneute Staatshilfe für die Bank schlagen sich auf deren Aktienkurs nieder. Die Aktie verlor gestern 7 Prozent und war damit der Verlierer des Tages.

Commerzbank: Verzicht auf Staatshilfen wahrscheinlich

Commerzbank: Verzicht auf Staatshilfen wahrscheinlich
Foto: © Commerzbank AG

FRANKFURT (Der Finanzer) – Die Commerzbank muss offenbar keine Staatshilfen in Anspruch nehmen. Wie die „WELT Online“ berichtet, könnte die Commerzbank auf ausreichend Reserven zurückgreifen, um den fehlenden Kapitalbedarf aus eigener Kraft zu decken.

Der Commerzbank droht nach dem Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA  zum wiederholten Mal eine staatliche Kapitalhilfe. Man geht davon aus, dass dem Bankeninstitut rund fünf Milliarden Euro fehlen. Doch wie es aussieht, kann die Commerzbank diese Kapitallücke aus eigener Kraft schließen. Wie die „Welt“ aus Insider-Kreisen erfahren hat, wird Commerzbank-Chef Martin Blessing dem Aufsichtsrat ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Kapitalkraft präsentieren. Aller Voraussicht nach kann das Bankeninstitut ihr Kapitaldefizit selbst ausgleichen, ohne auf Staatsanleihen zurückgreifen zu müssen.

Geplant ist, bis Ende Juni des nächsten Jahres Gewinne in einer Größenordnung von etwa einer Milliarde Euro zurückzuhalten. Zusätzlich soll durch den Abbau von risikogewichteten Aktiva von rund 30 Milliarden Euro, das Kernkapital mit weiteren drei Milliarden Euro aufgestockt werden. Außerdem werde  Commerzbank Kunden in strategisch weniger bedeutsamen Märkten das Angebot unterbreitet, ihre Kredite schon vorzeitig zurückzuzahlen. Dabei nicht mit einbegriffen sind jedoch die wichtigsten Märkte des Bankeninstituts, Deutschland und Polen. In Frankreich, den USA und den Ländern Osteuropas wie Russland, der Tschechischen Republik oder Ungarn wolle man den Abbau schnell vorantreiben. „Das ist zwar betriebswirtschaftlicher Wahnsinn, aber die Kapitalquote ist im Moment leider wichtiger“, äußerte sich ein Manager.

Commerzbank: Verkauf von Eurohypo an Staat geplant

Commerzbank: Verkauf von Eurohypo an Staat geplant
Foto: © Karsten11 / wikimedia.org
FRANKFURT (DerFinanzer) – Die Commerzbank hat in Betracht gezogen, ihren Immobilienfinanzierer Eurohypo an den deutschen Staat zu verkaufen. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, sei die Commerzbank dazu bereit, die Eurohypo mit Verlust an den Bund abzutreten.

Die Commerzbank wolle einem erneuten Beihilfeverfahren der EU-Kommission entgehen, welches mit strengen Auflagen verbunden wäre. Demzufolge strebe das Finanzinstitut eine „marktwirtschaftliche Lösung“ an. Hiernach könnte die EU-Kommission einer Ausgliederung zustimmen, insofern der Verlust für die Commerzbank bei dem Verkauf der Eurohypo an den Staat nur groß genug sei.

Aufgrund der Schuldenkrise hat die europäische Bankenaufsicht EBA ihre Kapitalanforderungen verschärft. Nach aktuellen Berechnungen fehlen der Commerzbank bislang knapp drei Milliarden Euro, um den Stresstest der EBA erfolgreich zu überstehen. Infolgedessen wäre eine Trennung von der Eurohypo eine große Entlastung für die Commerzbank, zumal das Institut seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2002 kontinuierlich Verluste einfährt. Allein in den ersten drei Quartalen 2011 erwirtschaftete der Bereich der Asset-Based Finance, in dem die Eurohypo verbucht wird, einen operativen Verlust von 2,5 Milliarden Euro. Hintergrund des Defizits sind vor allem Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen.

„Der Bund ist der einzig logische Käufer“, sagte ein Insider gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Zumal die Commerzbank sich ohnehin von der ungeliebten Tochter bis Ende 2014 trennen muss. Dies war die Bedingung der EU, bevor sie dem rund 18 Milliarden Euro schweren Staatshilfenpaket des staatlichen Rettungsfonds Soffin zustimmte, welches die Commerzbank während der Finanzkrise stabilisieren sollte.