Dexia: Frankreich erwägt Verstaatlichung

Die französische Regierung hat erwogen die angeschlagene Bank Dexia zu verstaatlichen. Die Dexia Credit Local, welche die französischen Kommunen finanziert, soll ebenfalls übernommen werden.
Die französische Regierung hat erwogen die angeschlagene Bank Dexia zu verstaatlichen. Die Dexia Credit Local, welche die französischen Kommunen finanziert, soll ebenfalls übernommen werden. Foto: © Daxia

PARIS (DerFinanzer) – Die französische Regierung hat erwogen die angeschlagene Bank Dexia zu verstaatlichen. Die Dexia Credit Local, welche die französischen Kommunen finanziert, soll ebenfalls übernommen werden. Das berichtet „Les Echos“ am Freitag.

„Ich habe keine Kenntnis von einem solchen Plan“, sagte eine Person, die mi der Rettung der Bank betraut ist. Die Bank ist in eine Schieflage geraten und ist damit die erste europäische Bank welche unter der Schuldenkrise konkret leidet. Hauptmarkt der Dexia Bank sind Staatsfinanzierungsgeschäfte. Die Schuldenkrise hat mit der Auslösung von Turbulenzen am Kapitalmarkt die Finanzierungsquellen der Bank wegbrechen lassen.

Frankreich, Belgien und Luxemburg sagten der Dexia temporäre Finanzierungsgarantien in Höhe von 45 Milliarden Euro zu. Damit hätte die Bank ihren Finanzierungsbedarf bis Ende Mai 2012 abdecken sollen. Durch das Voranschreiten der Staatsschuldenkrise würden die Garantien der Länder ins Schwanken geraten. Vor allem für Frankreich soll sich die Ablösung der ausstehenden Kredite schwer gestalten lassen. Belgien sei auch der Meinung, dass eine Verstaatlichung der Bank am Ende billiger sei als die Zusicherung von Staatsgarantien.

Trotz der Verluste von 10,5 Milliarden Euro in neun Monaten, hatte Dexia im Dezember an 360 Mitarbeiter Boni ausgeschüttet. Die Boni lagen je nach Rang der Mitarbeiter zwischen 2500 bis 45.000 Euro.

Dexia verkauft reiche Privatkunden nach Katar

Die belgische Pleitebank Dexia hat ihr Geschäft mit wohlhabenden Privatkunden an eine Investmentgruppe der Herrscherfamilie des Emirats Katar verkauft.
Die belgische Pleitebank Dexia hat ihr Geschäft mit wohlhabenden Privatkunden an eine Investmentgruppe der Herrscherfamilie des Emirats Katar verkauft. Foto: © Dexia S.A.

BRÜSSEL (DerFinanzer) – Die zerschlagene Krisenbank Dexia teilt ihr Geschäft weiter auf. Nun konnte die Bank ihre Tochtergesellschaft Banque Internationale à Luxembourg und damit ihre wohlhabenden Privatkunden an eine Investmentgruppe der Herrscherfamilie des Emirats Katar veräußern. Die Familie soll 90 Prozent der Anteile erhalten haben, berichtet der „Spiegel“. Die restlichen Anteile gehen an den luxemburgischen Staat.

Dexia hat für das verkaufte Privatkundengeschäft 730 Millionen Euro erhalten. Das ist deutlich weniger als das, was sich Dexia von dem Verkauft ursprünglich erhofft hatte. Noch sei das Geschäft allerdings nicht abgeschlossen, da die Zustimmung der EU-Kommission und Regulierungsbehörden noch ausstehen.

Die Dexia ist das erste prominente Opfer der europäischen Schuldenkrise. Die belgische Regierung musste mit Garantien über 54 Milliarden Euro in die Bresche springen. Für den Kauf des belgischen Teils der Dexia Bank musste Belgien zudem weitere 4 Milliarden Euro aufwenden.

Dexia: Belgische Großbank wird verstaatlicht

Dexia: Belgische Großbank wird verstaatlicht
Foto: © Dexia S.A.
BRÜSSEL (DerFinanzer) – Der belgische Staat will zu 100 Prozent die schwer angeschlagene Dexia Banque Belgique übernehmen. Dies teilte der Ministerpräsident Yves Leterme nach einer Krisensitzung in Brüssel mit. Laut Angaben der Regierung soll der Kauf des belgischen Teils der Großbank Dexia vier Milliarden Euro kosten. Darüber hinaus werden noch Garantien für risikoreiche Wertpapiere in Höhe von 54 Milliarden Euro übernommen.

Laut Aussagen des belgischen Finanzminister Didier Reynerds, sei der Preis „angemessen“. Die belgische Regierung hat sich zu diesem drastischen Schritt entschlossen, um den „Fortbestand“ der Großbank zu sichern. Sie wolle die Bank keineswegs auf Dauer behalten, sich jedoch aber auch nicht zu „schnell“ wieder abwenden. Trotz der sich ändernden Besitzverhältnisse der 850 Dexia-Niederlassungen in Belgien, beruhigt der Ministerpräsident die belgischen Bankkunden und betont, dass ihr Geld „in Sicherheit“ sei. Unterdessen begrüßt der Dexia-Aufsichtsrat das Vorhaben der belgischen Regierung. Die Übernahme-Offerte sei ganz im Interesse der Dexia-Gruppe, so der Aufsichtsrat.

Aber nicht nur Belgien ist daran interessiert, die Existenz der aufgrund von Liquiditätsproblemen ins Straucheln geratene Großbank Dexia, zu sichern. Auch die Nachbarländer Frankreich und Luxemburg haben an der Krisensitzung am Sonntagabend teilgenommen und eigene Konzepte aus der Misere gestrickt.
Obwohl die Dexia-Bank in Frankreich keine einzige Niederlassung unterhält, ist sie der größte Kreditgeber von französischen Städten, Regionen und Gemeinden. Das Kreditvolumen von 70 Milliarden Euro sollen nun die beiden staatlichen Banken Caisse des Dépôts und die Postbank übernehmen. Auch diesem Vorschlag steht der Dexia-Verwaltungsrat positiv gegenüber und forderte den Vorstandschef Pierre Mariani auf, mit den beiden Finanzinstituten Gespräche aufzunehmen.

Im Falle Luxemburgs sei ein internationaler Investor zur Übernahme bereit.

Bereits vor drei Jahren sahen sich die Regierungen von Frankreich, Belgien und Luxemburg gezwungen der Dexia-Bank Hilfestellung zu geben. Damals belief sich die Unterstützung auf insgesamt 6,4 Milliarden Euro. Darüber hinaus wurden öffentliche Garantien im Wert von 150 Milliarden Euro gegeben.

Angeschlagene Dexia-Bank wird aufgespalten

Angeschlagene Dexia-Bank wird aufgespalten
Foto: © dexia.com

BRÜSSEL (DerFinanzer) –Die belgische Regierung hat entschieden, dass die französisch-belgische Großbank Dexia in einem französischen und einem belgischen Teil aufgespalten werden soll, um das Institut vor einem Bankrott zu retten. Demnach soll die „Bad Bank“ gegründet und die riskanten Wertpapiere über 95 Milliarden Euro dorthin ausgelagert werden. Die Dexia-Bank ist das erste Opfer der aktuellen Schulden- und Finanzkrise.

Derweil ist die französische Regierung bemüht, „die Dexia-Kredite für die Kommunen zwei staatlichen Banken zu übertragen“, wie N24 mitteilte. Beide Länder garantieren für diesen „Anlagenschrott“, was vor allem Frankreichs Regierung zusätzlich belasten dürfte. Durch die zugesagte Unterstützung läuft Frankreich Gefahr, seine Kreditwürdigkeit zu verschlechtern, betonte der frühere sozialistische Ministerpräsident Laurent Fabius. Hingegen erklärte der aktuelle Finanzminister François Baroin, dass die Garantie nicht bei den Staatsschulden zugebucht wird, so dass die enormen Staatsschulden dadurch nicht noch mehr ansteigen. Auch Christian Noyer, Chef der Zentralbank, sieht Frankreichs Bestnote von AAA nicht in Gefahr.

Das Geldinstitut war zu Beginn der Finanzkrise vor drei Jahren ins Straucheln geraten und seither von Frankreich, Belgien und Luxemburg mit 6,4 Milliarden Euro unterstützt. Zudem haben die Regierungen der drei Länder dem Institut öffentliche Garantien zugesagt haben. Moody’s drohte am Montag mit einer Herabstufung der Bank, was sich sofort negativ auf ihren Börsenkurs auswirkte. Allerdings erholte sich die Dexia-Aktie schnell wieder und konnte am Mittwochmittag ein Plus von 8,8 Prozent verbuchen. Baroin kündigte an, schnell eine geeignete Lösung zu finden.