Japan: Wirtschaft soll 2012 um 2,2 Prozent wachsen

Die Regierung Japans geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum Japans im Haushaltsjahr 2011/2012 um 0,1 Prozent sinkt.
Die Regierung Japans gehe davon aus , dass das Wirtschaftswachstum Japans im Haushaltsjahr 2011/2012 um 0,1 Prozent sinke. Foto: photocase.com © 106313

TOKIO (DerFinanzer) – Die Regierung Japans geht davon aus, dass Japans Wirtschaft im Haushaltsjahr 2011/12 leicht zurückgeht. Das Wirtschaftswachstum soll um 0,1 Prozent sinken, teilte die Nachrichtenagentur „Reuters“ unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Personen mit.

Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird für das aktuelle Haushaltsjahr ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Die Prognosen für das Haushaltsjahr 2012/13, welches im April 2012 beginnt, wurden nach unten korrigiert. Neu wird für 2012/13 ein BIP-Wachstum von 2,2 Prozent gesehen. Bisher wurden Werte zwischen 2,7 und 2,9 Prozent erwartet. Als Ursache für die Senkung werden nicht nur die Erdbeben- und Atomkatastrophe genannt, sondern auch die Euro-Schuldenkrise belaste die japanische Wirtschaft.

Im November 2011 sind Japans Exporte um 4,5 Prozent im Vergleich zum November 2010 zurückgegangen. Dies entspricht dem stärksten Rückgang seit sechs Monaten. Der Export in andere Länder Asiens ging um 8 Prozent zurück. Ausfuhren nach Asien machen mehr als die Hälfte aller Exporte von Japan aus. Zudem stiegen die Importe um 11,4 Prozent. Japan weist somit ein Handelsbilanzdefizit aus.

Japan: Rezession im dritten Quartal überwunden

Japan: Rezession im dritten Quartal überwunden
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TOKIO (DerFinanzer) – Die japanische Wirtschaft hat im dritten Quartal die Rezession überwunden. Laut einer Agenturmeldung von „Reuters“ habe sich Japan von den wirtschaftlichen Folgen der Erdbebenkatastrophe im März erholt.

Nach Angaben der japanischen Regierung, sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum vorangegangenen Quartal im Zeitraum zwischen Juli und September um 1,5 Prozent gestiegen. Hintergrund der konjunkturellen Belebung sind konstante Exporte sowie eine erhebliche Zunahme des privaten Konsums. Trotz dem gestiegenen Bruttoinlandsprodukt bleiben die Analysten jedoch weiterhin skeptisch. Nachdem in den letzten Quartalen die Wirtschaftsleistung zurückgegangen war, vermuten manche Experten eine ähnliche Entwicklung auch im vierten Quartal. Analysten zufolge bestehe generell eine weltwirtschaftliche Abkühlung. Ebenso bremse auch ein starker Yen das Exportgeschäft aus. Ferner behindere auch die Überschwemmung in Thailand die Produktion innerhalb japanischer Unternehmen.

Unterdessen erklärte sich der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda bereit, den europäischen Rettungsschirm EFSF stärker zu unterstützen. Anlässlich dem Gipfel des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) auf Hawaii sagte Yoshihiko Noda: „Wenn die europäischen Staaten die Entschlossenheit zeigen, kollektiv die Krise zu bewältigen, würden wir tun, was wir können und die Kooperation ausweiten.“

Japan: Intervention am Devisenmarkt

Japan: Intervention am Devisenmarkt
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TOKIO (DerFinanzer) – Die japanische Regierung hat erneut am Devisenmarkt interveniert und damit den Yen um mehr als fünf Prozent herabgestuft. Laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ fiel der Yen am Montag in der Spitze auf ein Tagestief von 79,53 Yen pro Dollar.

In der Nacht erzielte die Devise einen Nachkriegsrekord, sodass ein Dollar mitunter nur noch 75,35 Yen kostete. Unterdessen bestätigte der japanische Finanzminister Jun Azumi die Intervention, wollte sich jedoch nicht dazu äußern, wie viele Yen die japanische Regierung in den Markt gebracht hatte.

Bereits seit Monaten kämpft die japanische Regierung gegen die Aufwertung der eigenen Landeswährung, da sie eine Verteuerung japanischer Produkte auf dem Weltmarkt mit sich bringt und damit erheblich die Exportwirtschaft gefährdet. Nach Ansicht des Notenbankchefs Masaaki Shirakawa, sei die Euro-Krise für das Rekordhoch des Yens verantwortlich, zumal der Yen ähnlich wie die Schweizer Franken eine beliebte Fluchtwährung darstellt. „Der jüngste Anstieg ist ein Beispiel dafür, wie die Schuldenkrise in Europa Japan beeinflusst, weil sie bei Investoren weltweit zu einer höheren Risikoaversion führt“, äußerte sich Shirakawa auf einer Konferenz in Osaka. Zuletzt hatte Japan im August im Devisenmarkt interveniert.

Der aktuelle Eingriff in den Devisenmarkt verpuffte bereits wenige Stunden danach, sodass der Yen kurz darauf wieder leicht anzog. Mit 79,24 Yen pro Dollar lag er zum Greenback noch 4,3 Prozent im Minus. Unmittelbar nach der Intervention legte der japanische Leitindex Nikkei leicht zu, hielt die Gewinne jedoch nicht, sodass er letztlich 0,7 Prozent schwächer bei 8988 Zählern schloss.

Bank of Japan sieht moderates Wachstum

Bank of Japan sieht moderates Wachstum
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TOKYO (DerFinanzer) – In ihrem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Entwicklung in Japan spricht die Bank of Japan von einem verlangsamten Wachstum bei Export und Produktion. Damit wachse die Wirtschaft nach dem starken Anstieg im Anschluss an das Erdbeben und den Tsunami im März nur noch moderat, heißt es. Auch für den Monat Oktober bekräftigt die Zentralbank ihre Erwartung für eine nur noch „moderate Entwicklung“. Dennoch „entwickle sich die japanische Wirtschaft weiter leicht aufwärts“, heißt es in dem Bericht weiter.

Auch für die konjunkturelle Entwicklung in den USA und in Europa zeigt sich die Bank of Japan zurückhaltend optimistisch. So geht die Zentralbank weiterhin von einem Wirtschaftswachstum in Übersee, insbesondere in den USA und Europa aus. Die Bank of Japan sieht jedoch vor allem ein starkes Wachstum bei Unternehmen, die in Schwellenländern tätig sind.

Am kommenden Freitag hält die Bank of Japan ihre Sitzung zum weiteren Vorgehen in der Leitzins-Politik ab. Experten gehen davon aus, dass die Bank of Japan den Leitzins in einem Band von 0,0 bis 0,1 Prozent halten wird und weiterhin hohe Anleihenkäufe durchführen wird.

Absatz von Japans Autobauern bricht weiter ein

Lokaler Absatz von Japans Autobauern bricht weiter ein
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TOKIO (DerFinanzer) – Die japanischen Automobilkonzerne verweisen im August auf unterschiedliche Entwicklungen bei der Produktions- und Exportmenge. Der Branchenprimus Toyota steigert den Produktionsoutput im August im Vergleich zum Vorjahr um 11,9 Prozent auf 252.374 Einheiten und erzielt damit den ersten Anstieg seit zwölf Monaten. Die Exportmenge nahm um 19,8 Prozent auf 137.997 Einheiten zu. Der heimische Absatz ging jedoch um 22,7 Prozent auf 102.433 Fahrzeuge zurück.

Auch Suzuki verbuchte im August einen Produktionsanstieg. Der Output erhöhte sich im Berichtsmonat um 5,9 Prozent auf 86.215 Einheiten – der erste Anstieg seit elf Monaten. Sowohl Export (-2 Prozent auf 20.002 Einheiten) als auch der heimische Absatz (-6,7 Prozent auf 43.123 Einheiten) gingen jedoch zurück. Bei Nissan ergab sich im August ein Produktionsoutput im Jahresvergleich von -2,5 Prozent auf 89.262 Einheiten. Während die Exporte um 34,1 Prozent auf 57.948 Fahrzeuge zulegten, ging der heimische Absatz in Japan im elften Monat in Folge zurück und fiel um 19,2 Prozent auf 44.530 Einheiten.

Auch Honda muss deutliche Abschläge bei Produktion und Verkauf im August hinnehmen. Der Produktionsoutput nahm im Berichtsmonat um 17,2 Prozent auf 56.356 Einheiten ab. Die Exporte gingen um 37,8 Prozent auf 17.154 Fahrzeuge zurück. Der heimische Absatz verringerte sich gar um 47,3 Prozent auf 34.267 Einheiten.