Libyen: Neue UN-Resolution zu NATO-Einsatz

Libyen: Neue UN-Resolution zu NATO-Einsatz
Foto: © NATO / D.R.
NEW YORK (DerFinanzer) – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird am Donnerstag im Zusammenhang mit dem Ende des NATO-Einsatzes in Libyen einen neuen Resolutionsentwurf einreichen und anschließend auch darüber entscheiden, wie die Nachrichtenagentur „AFP“ berichtete. „Viele Länder wollen diese Militäroperation beenden“, sagte der französische UN-Botschafter Gérard Araud in New York im Zusammenhang mit der neuen UN-Resolution.

Auch Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin hält eine Ausweitung des NATO-Einsatzes für „unrealistisch“. Nach Angaben der US-Regierung wurden bereits erste Verhandlungen mit der neuen Führung Libyens geführt, inwiefern die NATO nach dem Ende des Libyen-Einsatzes eine neue Rolle übernehmen könne. So könnte die NATO weiterhin die Landesgrenzen sichern oder im Umlauf befindliche Waffen einsammeln, äußerte eine Außenamtssprecherin.

Bereits in der vergangenen Woche hatten sich die Botschafter der NATO auf ein Ende des Einsatzes zum 31. Oktober verständigt. Der Nationale Übergangsrat plädiert jedoch auf eine Fortsetzung des Einsatzes bis mindestens zum Jahresende. Für Freitag ist eine endgültige Entscheidung der NATO geplant.

Libyen: Al-Gaddafi in der Wüste beigesetzt

Libyen: Al-Gaddafi in der Wüste beigesetzt
Foto: © NATO/NITV
TRIPOLIS (DerFinanzer) – Die Leiche des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi wurde an einem geheimen Ort in der Wüste Libyens beigesetzt. Nach Angaben des arabischen Fernsehsenders „al Dschasira“ handelte es sich um ein „einfaches Begräbnis“ in Anwesenheit muslimischer Kleriker.

Der ehemaligen Machthaber wurde zusammen mit seinem Sohn Mutassim beerdigt. Der Stamm des Herrschers hatte zuvor die Überstellung der Leichname gefordert, erzielte mit dem Übergangsrat jedoch keine Einigung.

Zuvor wurden die beiden Leichname sowie der tote Armeechef al-Gaddafis in einem Kühlraum in Misrata an einem unbekannten Ort tagelang öffentlich zur Schau gestellt. Ein derartiger Umgang mit den verwesenden Körpern hatte bei einigen ausländischen Verbündeten des Übergangsrates Unbehagen verursacht.

Die Umstände des Todes al-Gaddafis sind unterdessen noch weiter unklar. Diesbezüglich sprechen jedoch immer mehr Indizien dafür, dass Kämpfer des Übergangsrates al-Gaddafi nach seiner Gefangennahme gezielt erschossen haben.

Auch hinsichtlich der Ermordung von 53 Gaddafi-Anhängern geraten die Milizen des Übergangsrates zunehmend ins Zwielicht. Nach Angaben von „stern.de“ fordert mittlerweile die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Übergangsregierung dazu auf, „eine unverzügliche und transparente Untersuchung der offensichtlichen Massenhinrichtung einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen“.

Unterdessen erachtet die Nato das Ziel ihres Militäreinsatzes in Libyen für erreicht. Die Gebiete Libyens seien vollständig unter der Kontrolle des nationalen Übergangsrates. „Die Gefahr organisierter Angriffe von Resten des Gaddafi-Regimes ist vorbei“, verkündete der Kommandeur des Nato-Einsatzes, der kanadische General Charles Bouchard am Montag.

Libyen: Muammar al-Gaddafi ist tot

Libyen: Muammar al-Gaddafi ist tot
Foto: © NATO/NITV
TRIPOLIS (DerFinanzer) – Der Ex-Diktator Libyens, Muammar al-Gaddafi, ist tot. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtete, wollte al-Gaddafi nach der Eroberung seiner Heimatstadt Sirte durch die Rebellen offenbar fliehen. Kurze Zeit später sei sein Autokonvoi von Rebellentruppen angegriffen worden. Der ehemalige Machthaber Libyens wurde dabei schwer verwundet und erlag noch an Ort und Stelle seinen Verletzungen.

Neben dem Übergangsrat bestätigte auch der Vize-Vorsitzende des libyschen Nationalrates, Abdulhafis Ghoga, den Tod al-Gaddafis. „Wir können der Welt bekanntgeben, dass Muammar al-Gaddafi von Rebellenhand getötet wurde“, sagte Ghoga auf einer Pressekonferenz in Bengasi. „Die Tyrannei von Gaddafi ist damit zu Ende, das Kapitel ist abgeschlossen.“ Ähnlich sprach sich auch der libysche Ministerpräsident Mahmud Dschibril zum Tode al-Gadaffis aus und verwies auf die Zeit, die nun reif sei, ein neues, eigenes Libyen zu schaffen.

Laut einem Sprecher des Übergangsrates war es das Ansinnen der Revolutionstruppen, den verletzten Ex-Diktator lebend gefangen zu nehmen und ihn vor Gericht zu stellen. Allerdings sei er ihnen unter den Händen weggestorben. Von der Stadt Sirte aus sei der Leichnam in das Krankenhaus von Misrata gebracht worden. Gegenüber dem Sender al-Dschasira sagte der in Misrata behandelnde Arzt, dass Schüsse in Kopf und Bauch zum Tod al-Gaddafis geführt hätten.

Seit dem 27. August war der Aufenthaltsort al-Gaddafis unbekannt. Über einen syrischen Sender ließ er regelmäßig Audiobotschaften ausstrahlen, mit dem Ziel, Angst und Unfrieden zu verbreiten. Aufgrund von übereinstimmenden Berichten soll al-Gaddafi bis zuletzt in Sirte gewesen sein. Nach wochenlangen Kämpfen konnten die Rebellentruppen des Übergangsrats am Donnerstag die Heimatstadt des Ex-Diktators erobern. Angesichts dieser Eroberung sowie einer Festnahme des langjährigen Diktators wäre die 41 Jahre andauernde Herrschaft al-Gaddafis endgültig am Ende gewesen.

NATO berät über Truppeneinsatz in Libyen und Afghanistan

NATO berät über Truppeneinsatz in Libyen und Afghanistan
Foto: © NATO
BRÜSSEL (DerFinanzer) – Die NATO-Verteidigungsminister haben sich erneut zur Beratung in Brüssel getroffen. Hintergrund sind die andauernden Truppeneinsätze in Libyen und Afghanistan. Laut „dpa“ Berichten nehmen, neben dem deutschen Verteidigungsminister Thomas de Maiziere, auch Truppensteller an der Konferenz teil, die nicht dem transatlantischen Bündnis angehören.

Während der Libyen-Einsatz als fast abgeschlossen gilt, wird der NATO-Einsatz in Afghanistan noch mindestens bis Ende 2014 andauern. Innerhalb dieses Zeitraums sollen alle Truppeneinheiten abgezogen werden. In diesem Zusammenhang warnt der deutsche Verteidigungsminister de Maiziere vor einer übereilten Abzugsplanung. Hierzu äußerte sich der Verteidigungsminister bereits vor dem Treffen in Brüssel mit den Worten: „Von einem Baum herunterzuklettern ist komplizierter als schnell hinaufzugehen“. Um einen optimalen Truppenabzug zu gewährleisten, sei es in de Maizieres Augen notwendig „so etwas wie strategischen Geduld“ aufzubringen. Somit werde auch in Brüssel noch nicht über konkrete Abzugszahlen verhandelt.

Demgegenüber zeigt sich NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zuversichtlich, dass der Plan über den Truppenabzug „auf dem richtigen Weg“ sei und „die afghanischen Sicherheitskräfte jeden Tag leistungsfähiger“ werden. Bislang konnten in bereits sieben Provinzen und Distrikten wieder einheimische Kräfte die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.

Am Freitag jährt sich der Einsatz in Afghanistan bereits zum zehnten Mal.