Kaufhof: Ex-Karstadtchef Urban will übernehmen

Kaufhof: Ex-Karstadtchef Urban will übernehmen
Foto: © GALERIA Kaufhof GmbH
KÖLN (DerFinanzer) – Der ehemalige KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban hat geplant, die Kaufhof-Kette zu übernehmen. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, habe Urban in der vergangenen Woche ein entsprechendes Übernahmeangebot bei der Muttergesellschaft Metro eingereicht.

„Herr Urban hat uns das Angebot eines deutschen Konsortiums zukommen lassen“, bestätigte ein Metro-Sprecher die Berichterstattung. Hiernach stehe hinter dem Angebot für 109 Waren- und 15 Sporthäuser Urban nicht allein, sondern eine Gruppe großer deutscher Unternehmerfamilien. „Wir wollen 51 Prozent von Kaufhof übernehmen, bei Bedarf auch 100 Prozent“, sagte Urban und räumt damit der Metro ein, mit 49 Prozent weiterhin Minderheitsgesellschafter zu bleiben.

Neben Urban haben auch der Karstadt-Investor Nicolas Berggruen sowie der österreichische Immobilienunternehmer Rene Benko ein entsprechendes Angebot für das Kaufhof-Konsortium im Wert von 2,4 Milliarden Euro eingereicht.

Urban ist für die Metro kein unbeschriebenes Blatt. Einst hatte Urban seine Karriere bei Kaufhof begonnen, bevor er 1995 sogar zum Vorstandssprecher aufstieg. 1998 verließ der Manager Kaufhof und wechselte zur Holding des Versandhauses Quelle. Fünf Jahre nachdem die Holding mit Karstadt fusionierte, verließ er den Handelskonzern aufgrund von Streitigkeiten.

Metro: Prognose hängt an Weihnachten

Metro: Prognose hängt an Weihnachten
Foto: © Metro AG
DÜSSELDORF (DerFinanzer) – Der Handelsriese Metro hat am Donnerstag mitgeteilt, dass die Steigerung des operativen Gewinns (Ebit) vor Sonderfaktoren um rund zehn Prozent nur dann erfolgen könne, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich mehr Umsatz brächte als im letzten Jahr.

Laut einer Agenturmeldung von „Reuters“, sei das Gewinnziel aufgrund erhöhter Risiken durch die „europäische Staatsschuldenkrise und die abflachende Konjunktur“ gefährdet. Insofern das Weihnachtsgeschäft nur normal verläuft, sei lediglich mit einer Ergebnissteigerung von fünf Prozent zu rechnen. Der Metro-Konzern bekräftigte jedoch seine bereits berichtigte Umsatzprognose. Somit gehe der Handelsriese fest davon aus, dass die Erlöse im Jahr 2011 über dem Niveau des Vorjahres liegen werden.

Trotz dem bereits eingeleiteten Sparprogramm erzielte der Handelsriese im dritten Quartal von Juli bis September lediglich einen Umsatz von 15,97 Milliarden Euro. Im Vorjahr verbuchte der Konzern noch einen Umsatz von 16,29 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von 445 Millionen Euro auf 614 Millionen Euro. Und auch der Nettogewinn an Anteilen Dritter fiel mit 190 Millionen Euro anstatt 149 Millionen Euro deutlich stärker aus. Ursache des guten Nettogewinns ist unter anderem auch der Verkauf von Immobilien in Italien.

„Wir haben in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unser Ergebnis erneut deutlich gesteigert“, betonte unterdessen der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes.

WGZ Bank erhöht Kursziel für Metro

WGZ Bank erhöht Kursziel für Metro
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DÜSSELDORF (DerFinanzer) – Die Analysten der WGZ Bank stufen die Aktien des Handelskonzerns Metro unverändert mit „Halten“ ein. Das Kursziel wurde von 32,00 Euro auf 35,00 Euro angehoben. Am Wochenende hat Konzernchef Eckhard Cordes sein Rücktritt mit Ablauf seines aktuellen Vertrages (per Ende 2012) bekanntgegeben. Die Finanzexperten stufen den Rücktritt nach den Querelen um die Macht- und Mehrheitsverhältnisse bei Metro aber als nicht überraschend ein. Die Analysten halten es für nicht unwahrscheinlich, dass auch Finanzvorstand Olaf Koch dem Vorbild von Cordes folgt. Enttäuscht zeigen sich die Experten jedoch von der schwachen Entwicklung bei Saturn und Media Markt, die zuletzt in die Verlustzone gerutscht sind.

Rating: Halten (unverändert)
Kursziel: 35,00 Euro (alt: 32,00 Euro)

Metro-Chef Cordes räumt Vorstandsposten

Metro-Chef Cordes räumt Vorstandsposten
Foto: © Metro AG
DÜSSELDORF (DerFinanzer) – Der Metro-Chef Eckhard Cordes hat seinen Rückzug angekündigt. Laut Cordes fehle die nötige Vertrauensbasis, um sich erneut für das Amt des Vorstandsvorsitzenden zur Verfügung zu stellen.

Zustimmung erntete Cordes zuletzt nur noch von den Aktionärsfamilien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck. Nach Angaben des amtierenden Vorstandsvorsitzenden hätte diese eine Verlängerung seines Vertrages nicht nur „ausdrücklich unterstützt“, sondern sich „auch gewünscht“. Heftigen Gegenwind erhielt Cordes jedoch bereits seit Wochen aus den Reihen der Anteilseigner sowie seitens der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Die Arbeitnehmervertreter werfen dem 60-jährigen Cordes einen rigiden Sparkurs vor. Indes hat es Cordes in den Augen der Anteilseigner bislang versäumt, wichtige Ziele umzusetzen. So zählt unter anderem die Warenhauskette Galeria Kaufhof schon seit vier Jahren nicht mehr zum Kerngeschäft des Konzerns, sodass bereits seit längerem geplant wird, die Kette abzustoßen. Darüber hinaus müsste auch dringend über eine mögliche Trennung von den SB-Warenhäusern Real befunden werden. In diesem Fall muss es nicht zwangsläufig zum Verkauf kommen. Auch ein Verbleib innerhalb des Konzerns sei denkbar. Ebenso sorgt auch die andauernde Talfahrt der Metro-Aktie seit Anfang des Jahres für schlechte Stimmung.

Auch die Minderheitsgesellschafter der Media-Saturn-Gruppe, Erich Kellerhals und Leopold Stiefel, sind dem Metro-Chef ein Dorn im Auge. Ihr Vetorecht habe nach Ansicht Cordes wichtige strategische Entscheidungen zur Neuaufstellung der Elektronikmarktkette verhindert. So sei beispielsweise der späte Einstieg ins Online-Geschäft schuld, dass Media-Saturn im zweiten Quartal von 2011 erstmals rote Zahlen schrieb und nun in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt.

Der Metro-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Kluge bedankt sich unterdessen bei Cordes für seine Ambitionen, das Unternehmen „zunächst weiterzuführen und geordnet zu übergeben.“ Wann genau eine derartige Übergabe stattfinden wird und vor allem wer als Nachfolger in Betracht gezogen werden könnte, ist bislang noch ungewiss. Offiziell läuft der Vertrag von Cordes zum 31.Oktober 2012 aus.