Moody’s droht Bonität von 114 Banken herabzustufen

Die amerikanische Ratingagentur Moody`s hat angekündigt die Bonität von 114 Banken zu überprüfen. Die Bankeninstitute stehen auf der Beobachtungsliste von Moody`s, ihnen droht damit die Herabstufung ihrer Bonitätsnote.
Die amerikanische Ratingagentur Moody`s hat angekündigt die Bonität von 114 Banken zu überprüfen. Die Bankeninstitute stehen auf der Beobachtungsliste von Moody`s, ihnen droht damit die Herabstufung ihrer Bonitätsnote. Foto: photocase.com © circleview.

NEW YORK (DerFinanzer) – Die amerikanische Ratingagentur Moody`s hat angekündigt die Bonität von 114 Banken zu überprüfen. Die Bankeninstitute stehen auf der Beobachtungsliste von Moody`s, ihnen droht damit die Herabstufung ihrer Bonitätsnote. Das berichtet „Süddeutsche.de“ am Donnerstag.

Die Ratingagentur überprüfe die Richtigkeit des Bonitätsrating und drohte mit einer möglichen Herabstufung. Betroffen sind Institute in 16 Euro-Ländern aber auch Institute an der Wall-Street wie zum Beispiel Bank of Amerika, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, Citigroup oder Goldman Sachs. Aus den europäischen Ländern seien BNP Paribas, Royal Bank of Scotland, HSBC, Credit Agricole, Societe Generale, UBS und Barclays betroffen. Die Deutsche Bank könnte sogar um zwei Stufen herabgestuft werden. In Deutschland sind ebenso die Postbank, DekaBank, Commerzbank, LBBW und noch weitere Geldhäuser betroffen.

Gründe für die großangelegte Maßnahme sollen kurz- und langfristige Folgen der Schuldenkrise sein. Zudem sollen sich die Finanzmärkte derzeit umgestalten. Moody`s gab als Grund auch die herabgestuften Bonitäten der EU-Länder an. Moody’s hatte erst am Montag sechs Euroländer herabgestuft und erneut die Bestnoten von Österreich, Großbritannien und Frankreich bedroht. Generell sei das Marktumfeld derzeit schwierig, die Staaten würden stärker eingreifen und regulieren. Zudem leide die Branche unter erschwerten Finanzierungsbedingungen.

Slowenien: Moody’s senkt Kreditwürdigkeit weiter ab

Slowenien wurde von der US-Ratingagentur Moody's auf "A1" abgestuft nach zuvor "Aa3". Der Ausblick lautet "negativ".
Slowenien wurde von der US-Ratingagentur Moody's auf "A1" abgestuft nach zuvor "Aa3". Der Ausblick lautet "negativ". Foto: photocase.com © myri2109

NEW YORK (DerFinanzer) – Slowenien wurde von der US-Ratingagentur Moody’s auf „A1″ abgestuft nach zuvor „Aa3″. Damit häufen sich die Abstufungen der Kreditwürdigkeit europäischer Länder auch weiterhin. Mit Slowenien ist von der Abwertung durch Moody’s erneut ein Mitglied der Euro-Zone betroffen. Der Ausblick sei „negativ“, teilte die Ratingagentur am späten Donnerstagabend mit.

Grund für die Senkung der Kreditwürdigkeit Sloweniens sei die Gefahr für den Staat, dass das Bankensystem möglicherweise weiterhin unterstützt werden muss. Zudem sei das Rating durch die Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen der Regierung im Zuge der anhaltenden Krise in der Eurozone belastet worden.

Slowenien wurde bereits 2008 stark von der Finanzkrise betroffen. Die Arbeitslosigkeit hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Gleichzeitig hat sich auch die Staatsverschuldung seit 2007 auf fast 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verdoppelt. Slowenien gehört mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern seit 2004 zur Europäischen Union. Im Jahr 2007 führte das Land schließlich den Euro ein. Damals hielt der slowenische Finanzminister Andrej Bajuk stolz die Euro-Münzen des Landes in der Hand. Heute ist der Euro für Slowenien zum Schuldengefängnis geworden.

Auch das Kreditrating von Österreich gerät weiter unter Druck. Wie Moody’s erklärte, könnten bald auch die Spitzenbewertungen von Ländern wie Österreich wackeln, sollten die Märkte über längere Zeit volatil bleiben. Österreich verfügt momentan noch über die Top-Bonitätsnote von „AAA“. Laut Moody’s hänge die Bewertung aber zunehmend von einer schnellen Lösung der Euro-Schuldenkrise ab. Vor allem Investitionen in Italien bringen den Alpenstaat in Bedrängnis. Bereits am Mittwoch hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) den österreichischen Nachbarn Ungarn auf Ramschniveau herabgestuft.

Moody’s: Großbritanniens Top-Bonität in Gefahr

Die Ratingagentur Moody's hat eine Warnung für die Top-Bonität von Großbritannien herausgegeben. Es wird befürchtet, dass die Bonität Großbritanniens unter der Euro-Krise leiden wird.
Die Ratingagentur Moody's hat eine Warnung für die Top-Bonität von Großbritannien herausgegeben. Es wird befürchtet, dass die Bonität Großbritanniens unter der Euro-Krise leiden wird. Foto: photocase.com © whitemountain

LONDON (DerFinanzer) – Die Ratingagentur Moody’s hat eine Warnung für die Bonität von Großbritannien herausgegeben. Moody’s befürchtet, dass die Bonität Großbritanniens unter der Euro-Krise leiden wird. Das berichtet der „Spiegel“ am Mittwoch.

Die Regierung in London bemüht sich um einen ausgeglichenen Haushalt. Sollte sich die Schuldenkrise in der EU auf die britische Wirtschaft niederschlagen, wäre ein ausgeglichener Haushalt schwer möglich.

Die Ratingagentur wolle die Top-Bonität von Großbritannien vorerst nicht überprüfen. Der Ausblick für die Bonität sei auch weiterhin stabil. Allerdings sei der Handlungsspielraum Großbritanniens geringer geworden, sagte eine Moody’s-Analystin. Zusätzliche Belastungen für den Haushalt könnten schlechter kompensiert werden.

Der gegenwärtig stabile Ausblick des Landes basiere auf der Annahme, dass die Politik ihre Haushaltskonsolidierung fortsetze. Wenn sich aber wirtschaftliche Parameter ändern würden oder die Regierung dem Bankensystem aushelfen müsste, könnte das Unterfangen Haushaltskonsolidierung Schaden erleiden.

Die Kreditwürdigkeit von sechs Euro-Staaten soll bis Januar auf eine Abstufung hin überprüft werden, gab Moody’s erst vergangene Woche bekannt. Dabei wurde vor allem die Bonität Frankreichs in Frage gestellt.

Moody’s stuft Ungarn herab

Moody's stuft Ungarn herab
Foto: photocase.de © albiedo

LONDON (Der Finanzer) – Die Ratingagentur Moody’s hat Ungarn auf Ramschniveau herabgestuft. Wie die „FAZ“ berichtete, herrsche Unsicherheit darüber, ob Ungarn mittelfristig in der Lage sei, seinen Haushalt zu konsolidieren. Die ungarische Regierung reagierte auf die Abstufung mit Kritik.

Moody’s wertete die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau ab. Man bewerte den Ausblick für Ungarn weiterhin negativ, äußerte sich die Ratingagentur gestern Abend in London. Mit der Begründung, man sei sehr unsicher, ob Ungarn mittelfristig eine Konsolidierung seines  Staatshaushalts erreichen könne, hatte Moody’s Ungarn von „Baa3“ auf „Ba1“ heruntergestuft. Besonders besorgt sei man wegen der sehr eingeschränkten Wachstumsaussichten.

Ungarns Regierung sieht keinen Grund für die Abstufung der Kreditwürdigkeit und bezeichnet diese als „spekulativen Angriff“. „Da die Bewertung durch Moody’s keine reale Grundlage hat, kann die ungarische Regierung sie nur als Teil eines finanziellen Angriffs interpretieren“, äußerte sich das Wirtschaftsministeriums in Budapest.

Da die Staatsverschuldung im dritten gegenüber dem zweiten Quartal von 75 auf 82 Prozent des BIPs in die Höhe geschnellt war,  hatten die Rating-Agenturen bereits mit der Herabstufung gedroht. Eine rasante Entwertung der Landeswährung Forint war eingetreten. Ungarn hatte erst vergangene Woche die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe ersucht, da eine Abstufung drohte.

Frankreich: Moody’s droht mit Herabstufung

Frankreich: Moody’s droht mit Herabstufung
Foto: © David Monniaux / wikimedia.org
PARIS (DerFinanzer) – Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat die französische Regierung vor einer Herabstufung der Bonität Frankreichs gewarnt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, drohe Moody’s mit dem Entzug der Bestnote AAA.

Da die Zinsen für französische Staatsanleihen derzeit bei 3,59 Prozent liegen, würden die dauerhaft erhöhten Finanzierungskosten zwangsläufig zu steigenden Haushaltsschwierigkeiten führen sowie letztlich auch die Kreditwürdigkeit Frankreichs negativ beeinflussen. Ebenso hätten sich auch die Konjunkturaussichten verschlechtert, heißt es in der Begründung von Moody’s.

Bereits Mitte Oktober hatte Moody’s angekündigt, die Bonität Frankreichs zu beobachten. Hiernach werde überprüft, inwiefern die französische Regierung die angekündigten Maßnahmen zur Bekämpfung des Staatsdefizits auch tatsächlich umsetzt. Innerhalb von drei Monaten werde Moody’s erneut entscheiden, ob Frankreich noch die Voraussetzungen für einen stabilen Ausblick erfüllt. Insofern die Perspektive negativ von Moody’s bewertet werden würde, wäre dies der erste Schritt zu einer späteren Herabstufung.

Unterdessen möchte die Regierung rund um den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mittels der Umsetzung eines ehrgeizigen Sparkurses das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Hiernach rechne die französische Regierung allein im Jahr 2012 mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent und im Jahr 2013 bereits von zwei Prozent. Die EU-Kommission prognostizierte Frankreich für 2012 jedoch nur ein Wachstum von 0,6 Prozent sowie für 2013 einen leichten Anstieg auf 1,4 Prozent.

Rating: Moody’s straft deutsche Landesbanken ab

Rating: Moody's straft Deutsche Landesbanken ab
Foto: © Landesbank Berlin AG (LBB)
BERLIN (DerFinanzer) – Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit von zehn deutschen Landesbanken herabgestuft. Wie „Focus Online“ berichtet, verschlechterte sich das Rating für die Landesbanken um bis zu drei Stufen.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody’s sei es in Hinblick auf aktuelle Schulden und der Finanzkrise, deutlich unwahrscheinlicher, dass im Falle einer Schieflage die deutsche Regierung ihre eigenen Banken mittels Staatshilfen retten werde. Hintergrund seien neue Vorschriften der Europäischen Kommission, die den Einsatz von Staatshilfen erschweren, so die Begründung von Moody’s.

Lediglich zwei deutsche Landesbanken sind nicht von der Herabstufung der Ratingagentur betroffen. So blieben die Benotungen der Landesbank Berlin (LBB) sowie die der Westdeutschen Landesbank (WestLB) unverändert. Im Falle der WestLB kommt die konstante Bewertung jedoch einer Schonfrist gleich, zumal Moody’s angekündigt hat, die Landesbank noch einmal genau prüfen zu wollen.

Schonungslos wurde das Rating für die Kreditwürdigkeit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der Bayerischen Landesbank (BayernLB), der Bremer Landesbank, der Norddeutschen Landesbank (NordLB) sowie deren Töchter Norddeutsche Landesbank Luxembourg und Deutsche Hypo um gleich drei Stufen herabgesenkt.

Eine Bewertung um zwei Stufen schlechter erhielten die Hessische Landesbank (Helaba), die HSH Nordbank aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die Saarländische Landesbank (SaarLB). Fast schon glimpflich davon kam die DekaBank, die lediglich nur eine Stufe bei dem Rating von Moody’s einbüßte.

Frankreich: Zweites Sparpaket angekündigt

Frankreich: Zweites Sparpaket angekündigt
Foto: © Luestling / wikipedia.org
PARIS (DerFinanzer) – Die französische Regierung hat ein zweites Sparpaket angekündigt. Einem Bericht von „Welt Online“ zufolge, wolle die konservative Regierung damit die Bestnoten beim Rating bewahren und somit auch die günstigen Zinsen für Staatsanleihen sichern.

Laut dem französischen Premierminister Francois Fillon sei geplant, die Staatsausgaben ab 2013 um eine Milliarde Euro pro Jahr zu reduzieren. Durch das Wegfallen von Steuervorteilen rechne die französische Regierung mit Mehreinnahmen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Auch größere Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro erwirtschaften, sollen zukünftig stärker am Steueraufkommen beteiligt werden. Ebenso sei geplant auch die Mehrwertsteuer im Gastronomiegewerbe von 5,5 Prozent auf 7 Prozent zu erhöhen. Zudem strebe die Regierung an, die ursprünglich für 2018 geplante, umfassende Rentenreform bereits auf das Jahr 2017 vorzuziehen. Unterdessen werden vorerst auch die Gehälter des Präsidenten Nicolas Sarkozy sowie die seiner Minister bis auf weiteres eingefroren.

Der französische Premierminister betonte, dass das Wort ‚Pleite’ kein abstraktes Wort mehr sei. Vielmehr müsse sich die Regierung bemühen, die Gefahren aus der Verschuldung des Landes abzuwenden und einen Weg aus der „gefährlichen Spirale“ von „Stagnation, Verschuldung und Wettbewerbsdefizit“ zu finden.

Erst kürzlich hatte die Ratingagentur Moody’s angekündigt, dass die Top-Bewertung der Bonität Frankreichs mit der Bestnote AAA gefährdet sei, insofern die Regierung nicht konsequent entsprechende Sparmaßnahmen umsetzen würde.