SAP: Oracle-Prozess wegen Datendiebstal im Juni

Der weltgrößte Softwarehersteller SAP hat bezüglich des Oracle-Prozesses wegen Datendiebstals einen Gerichtstermin im Juni erhalten.
Der weltgrößte Softwarehersteller SAP hat bezüglich des Oracle-Prozesses wegen Datendiebstals einen Gerichtstermin im Juni erhalten. Foto: © SAP AG.

SAN FRANCISCO (DerFinanzer) – Der weltgrößte Softwarehersteller SAP hat bezüglich des Oracle-Prozesses wegen Datendiebstals einen Gerichtstermin im Juni erhalten. Demnach soll der Konflikt zwischen SAP und dem US-Mitbewerber Oracle im Juni ein Ende gesetzt werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“ am Mittwoch.

Der Termin für den Prozessauftakt wurde auf den 18.Juni gelegt. In diesem Prozess soll geprüft werden, welche Schäden Oracle durch den Datendiebstal wirklich entstanden sind. „Wir sind zufrieden mit der jetzigen Entscheidung und dem damit unternommenen Schritt in Richtung einer baldigen Lösung des Streits“, sagte SAP gegenüber „Dow Jones“. Oracle machte noch kein Statement bezüglich der neusten Entwicklung. Der Konflikt zwischen den beiden Softwareriesen läuft bereits seit dem Jahr 2005. 2005 hatte SAP den IT-Konzern TomorrowNow übernommen, dieser sollte Daten bei Oracle geklaut haben und damit Urheberrechts-Verletzungen begangen haben. Bisher gab es deswegen zwei Prozesse.

Im ersten Prozess (November 2010) wurde Oracle eine Schadenersatzsumme in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar zugesprochen. Daraufhin ging SAP in Berufung und konnte die Zahlung auf 272 Millionen (September 2011) drücken. Oracle wiederum war dies zu wenig und stoß deshalb den neuen Prozess an. Oracle verlangt einen Schadenersatz in der ursprünglichen Höhe von 1,3 Mrd. Dollar.

SAP: Starkes Wachstum und positive Aussichten

Der weltgrößte Softwarehersteller SAP hat 2011 Rekordwerte erzielt. Der Softwareerlös stieg um 22 Prozent auf 3,97 Milliarden Euro. Bis 2015 will SAP eine Rendite von 35 Prozent erzielen.
Der weltgrößte Softwarehersteller SAP hat 2011 Rekordwerte erzielt. Der Softwareerlös stieg um 22 Prozent auf 3,97 Milliarden Euro. Bis 2015 will SAP eine Rendite von 35 Prozent erzielen. Foto: © SAP AG

WALLDORF (DerFinanzer) – Der weltgrößte Softwarehersteller SAP hat 2011 Rekordwerte erzielt. Der Softwareerlös stieg um 22 Prozent auf 3,97 Milliarden Euro. Bis 2015 will SAP eine Rendite von 35 Prozent erzielen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung des Unternehmens hervor.

„Die SAP hat 2011 ein hervorragendes Ergebnis erreicht und ihre Ziele für Umsatz und Ergebnis deutlich übertroffen. Dieses Rekordergebnis beruht auf einem zweistelligen Wachstum der Softwareerlöse in allen Regionen, was zu einem Umsatzanstieg von 1,7 Milliarden Euro und einem Rekordcashflow führte“, äußert sich Werner Brandt, Finanzvorstand der SAP. Für die weitere Zukunft des Unternehmens ist Brandt sehr zuversichtlich. „Damit sind wir auf dem besten Weg, bis 2012 unser Umsatzziel von 20 Milliarden Euro zu übertreffen und eine operative Marge von 35 Prozent zu erreichen.“, heißt es weiter.

Obwohl der Markt auch die konjunkturelle Unsicherheit spüre, habe der Konzern die besten Ergebnisse in seiner Geschichte erzielt, zudem sind die Ergebnisse auch deutlich besser als die der Wettbewerber. „Wir konnten unsere Marktführerschaft bei Unternehmensanwendungen, Analytik und mobilen Lösungen ausbauen und sind dabei, die Märkte für Technologie & Datenbanken sowie Cloud-Anwendungen neu zu definieren“, betonten die SAP Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.

Der Gesamtumsatz lag bei 14,23 Milliarden Euro und stieg zum Vorjahr um 14 Prozent an. Die operative Marge stieg um 13,5 Prozent und lag für das gesamte Geschäftsjahr bei 34,3 Prozent. Das Ergebnis je Aktie (IFRS) stieg um 90 Prozent auf 2,89 Euro. Für 2012 soll das Betriebsergebnis zwischen 5,05 bis 5,25 Milliarden liegen.

SAP kauft im Bereich Cloud Computing zu

SAP kauft im Bereich Cloud Computing zu
Foto: © SAP AG / Stephan Pfützner

SAN MATEO (DerFinanzer) – Der Softwarekonzern SAP AG hat die SuccessFactors Inc. für 3,4 Milliarden US-Dollar übernommen. Das gab SAP am Samstag bekannt. Der Vertrag zur Übernahme von SuccessFactors, einem Anbieter für cloud-basierte Human-Capital-Management-Software, wurde von SAP America geschlossen.

Die Transaktion soll im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden. Nach der Integration soll SuccessFactor-CEO Lars Dalgaard die Company als separate Geschäftseinheit im SAP-Konzern führen. Außerdem soll Dalgaard zum Chef des gesamten Cloud-Geschäfts unter dem SAP-Dach aufsteigen. „Ab sofort kann die SAP tatsächlich behaupten, dass sie in der Cloud angekommen ist“, lautet ein Kommentar des „Wall Street Journal“.

„Die Cloud ist ein wesentlicher Bestandteil für das künftige Wachstum der SAP. Die Zusammenführung von SuccessFactors’ Team, Fachkompetenz sowie Technologie mit der SAP wird ein echtes Schwergewicht im Cloud-Segment bilden”, sagte Bill McDermott, Co-Chef der SAP. SuccessFactors hat nach eigenen Angaben 15 Millionen zahlende Cloud-Nutzer bei 3.500 Kunden in 168 Ländern. Das Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen San Mateo beschäftigt rund 1.450 Mitarbeiter, wurde 2001 gegründet und ging 2007 an die Börse.

Im kommenden Geschäftsjahr erwartet SuccessFactors einen Umsatz von 330 Millionen Dollar. SAP soll durch die Akquisition bereits ab 2013 eine höhere Profitabilität erreichen. Bis 2015 erwartet SAP nun einen Gesamterlös in Höhe von 21 Milliarden Euro statt bisher 20 Milliarden.

SAP erzielt Rekordergebnis im dritten Quartal

SAP erzielt Rekordergebnis im Dritten Quartal
Foto: © SAP AG / Wolfram Scheible
WALLDORF (DerFinanzer) – Der Software-Riese SAP schneidet im dritten Quartal mit Rekordzahlen ab. Das nach IFRS berichtete Betriebsergebnis sei um 145 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro gestiegen. Dies teilte SAP unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit. Hierbei profitiert der DAX-Konzern aber auch von einem Buchungseffekt. Aufgrund des Vorwurfs Daten gestohlen zu haben, liegt SAP mit Oracle im Rechtsstreit. Diese Auseinandersetzung wurde neu bewertet, sodass sich das Walldorfer Unternehmen 600 Millionen Euro gutschreiben konnte.

Unter Berufung auf die IFRS-erklärten Zahlen vermeldet der Konzern, dass die operative Marge im gleichen Zeitraum auf 51,5 Prozent gestiegen sei, ein Zuwachs um 27,7 Prozentpunkte. Generell habe sich der Gesamtumsatz auf 3,41 Milliarden Euro erhöht und somit um 14 Prozent zugelegt. Hierbei generierte der Konzern aus Software- und softwarebezogene Serviceerlösen einen Umsatz von 2,69 Milliarden Euro, was einen Zuwachs von 16 Prozent bedeutet. Nur allein die Softwareerlöse stiegen um 28 Prozent auf 841 Millionen Euro an.

Nach Non-IFRS habe SAP im dritten Quartal ein Betriebsergebnis von 1,13 Milliarden Euro erzielt, was eine Steigerung um 23 Prozent impliziert. Das sehr gute Ergebnis sei laut dem Walldorfer Konzern letztlich auch die Konsequenz der Bereinigung einer ganzen Reihe von Posten: „Das Betriebsergebnis (Non-IFRS) ist bereinigt um einmalige abgegrenzte Supporterlöse aus Akquisitionen in Höhe von 1 Million Euro, akquisitionsbedingte Aufwendungen in Höhe von 110 Million Euro, Erträge von nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten in Höhe von 723 Million Euro und Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungsprogramme in Höhe von minus 17 Million Euro sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 1 Million Euro.“

Auch der Ausblick auf das kommende Quartal scheint für SAP rosig. Laut dem Software-Riesen, investieren Unternehmen nach wie vor sehr stark in ihre IT sowie in Softwarelösungen. Der DAX-Konzern vermutet, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-IFRS) wechselkursbereinigt im Gesamtjahr um weitere 10 bis 14 Prozent wachsen werden. Ebenso gehe der Konzern davon aus, dass im Vergleich zum Vorjahr mit 4,01 Milliarden Euro, das wechselkursbereinigt Non-IFRS-Betriebsergerbnis in diesem Jahr eine Größenordnung von 4,45 Milliarden bis 4,65 Milliarden Euro erreichen werde. Währungsbereinigt lag die operative Non-IFRS-Marge zuletzt bei einem Wert von 32,0 Prozent. Auch hier erwartet der Konzern ein Wachstum um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte.

Goldman Sachs senkt Kursziel für SAP

Goldman Sachs senkt Kursziel für SAP
Foto: © SAP AG

WALLDORF (DerFinanzer) – Die Analysten von Goldman Sachs stufen die Aktien des Softwarekonzerns SAP unverändert mit „Conviction Buy“ ein. Das Kursziel wurde von 60,00 Euro auf 59,00 Euro gesenkt. Damit sehen die Finanzexperten bei einem derzeitigen Aktienkurs von 40,00 Euro aber weiterhin ein deutliches Kurspotential. Nach Einschätzung der Analysten dürfte sich das Geschäft von SAP in allen entwickelten Märkten trotz der schwierigen konjunkturellen Lage weiterhin gut entwickeln. Insgesamt gebe es aber Anzeichen, dass sich die Umsatzzyklen verlängern und sich der Umfang einiger Softwaregeschäfte verringern könnte, schreiben die Analysten in ihrer aktuellen Studie.

Rating: Conviction Buy (unverändert)
Kursziel: 59,00 Euro (alt: 60,00 Euro)

UBS senkt Kursziel für SAP

UBS senkt Kursziel für SAP
Foto: © SAP AG

WALLDORF (DerFinanzer) – Die Analysten der UBS stufen die Aktien des Softwarekonzerns SAP unverändert mit „Kaufen“ ein. Das Kursziel wurde von 47,00 Euro auf 43,00 Euro gesenkt. Die Experten gehen davon aus, dass SAP im dritten Quartal von der hohen Geschäftsdynamik profitieren und mit einer soliden Auftragslage in das neue Quartal starten konnte. Die Lizenzumsätze für das dritte Quartal schätzen die Analysten auf 727 bis 760 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2011 wird mit Erlösen von rund 3,6 Milliarden Euro gerechnet. Die Kaufempfehlung sei deshalb bestätigt worden, heißt es.

Rating: Kaufen (unverändert)
Kursziel: 43,00 Euro (alt: 47,00 Euro)