Spanien: Kein Ende der Krise in Sicht

Die Wirtschaftsleistung Spaniens ist im dritten Quartal erneut gesunken.
Die Wirtschaftsleistung Spaniens ist im dritten Quartal erneut gesunken. Foto: photocase.com © dilalola
MADRID (DerFinanzer) – Die Wirtschaftsleistung Spaniens ist im dritten Quartal erneut gesunken. Zwar nicht so stark wie vorerst befürchtet, berichtet „Welt Online“ am Dienstag. Dennoch steckt die spanische Wirtschaft auch weiter in der Rezession fest und auch für das kommende Jahr ist kein Ende der Krise in Sicht. Wie das Statistikamt mitteilte, schrumpfte Spaniens Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September bereits das fünfte Quartal in Folge. Im Vergleich zur Vorperiode fiel der Rückgang mit 0,3 Prozent etwas schwächer aus als mit 0,4 Prozent im Frühjahr.

Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, hatten abermals ein Rückgang von 0,4 Prozent vermutet. Die Wirtschaftsleistung Spaniens sank verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent. Vorausgesagt wurden hier 1,7 Prozent weniger. Die nach Frankreich, Italien und Deutschland viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone soll Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. Mit 1,3 Prozent weniger im kommenden Jahr, dürfte es auch dann nicht anders aussehen. Zur Zeit hat jeder vierte Spanier keinen Arbeitsplatz, da die Wirtschaftskrise in Spanien eine Rekordarbeitslosigkeit mit sich zieht.

Spanische Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordniveau

In Spanien hat die Arbeitslosigkeit den fünften Monat in Folge zugelegt. Im Dezember habe die Zahl der Arbeitslosen um 1.897 Menschen auf 4,42 Millionen zugenommen.
In Spanien hat die Arbeitslosigkeit den fünften Monat in Folge zugelegt. Im Dezember habe die Zahl der Arbeitslosen um 1.897 Menschen auf 4,42 Millionen zugenommen. Foto: photocase.com © dilalola

MADRID (DerFinanzer) – In Spanien hat die Arbeitslosigkeit den fünften Monat in Folge zugelegt. Im Dezember habe die Zahl der Arbeitslosen um 1.897 Menschen auf 4,42 Millionen zugenommen. Das teilte das spanische Arbeitsministerium am Dienstag mit.

Im November stieg die Zahl der Arbeitslosen noch um knappe 60.000 Zähler an. Grund dafür seien die harten Sparmaßnahmen der spanischen Regierung. Mit diesen Maßnahmen will die Regierung die Schuldenkrise bekämpfen, doch die eigene Wirtschaft leidet darunter. Vor allem junge Menschen sind davon betroffen, denn von den 16-24-Jährigen seien 45,8 Prozent arbeitslos. Auch durch abschwächenden Tourismus und geringe Exporte sei die spanische Wirtschaft jüngst belastet worden.

Im Gesamtjahr 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen damit um 322.286 Personen bzw. 7,86 Prozent angewachsen. Seit 1996 seien nie so viele Menschen in Spanien als arbeitslos gemeldet gewesen. Damit sei die „Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im zweiten Halbjahr 2011″ betätigt, erklärte das Ministerium.

Spanien: Konservative gewinnen Parlamentswahl

Spanien: Konservative gewinnen Parlamentswahl
Foto: © Partido Popular de Cataluna / wikimedia.org
MADRID (DerFinanzer) – Die konservative spanische Volkspartei (PP) hat die vorgezogene Parlamentswahl in Spanien gewonnen. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, errangen die Konservativen die absolute Mehrheit mit 45 Prozent der Stimmen. Künftiger Ministerpräsident Spaniens wird der 56-jährige Mariano Rajoy.

Während die Konservativen als strahlende Sieger aus der Parlamentswahl hervorgingen, erzielten die Sozialisten (PSOE) mir nur 29 Prozent der Stimmen das schlechteste Wahlergebnis in der Geschichte ihrer Partei. Nach siebenjähriger Regentschaft geht die Regierungsmacht nun an die Konservativen über. Das Volk strafte die Sozialisten nicht zuletzt auch ab, weil es Umfragen zufolge, dem sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero die Schuld an der Rekordarbeitslosigkeit von mehr als 21 Prozent gibt.

Künftig wird Rajoys PP 186 der insgesamt 350 Parlamentssitze belegen, während die Sozialisten nur noch auf 110 Sitze kommen. Auf die neue Regierung warten große Herausforderungen. Mittels bereits angekündigter Sparmaßnahmen gilt es die Schuldenkrise einzudämmen, Spanien aus dem Visier der Finanzmärkte zu kriegen sowie mit neuen wirtschaftlichen Impulsen die aufkeimende Rezession zu verhindern.

Unterdessen warnte der neue Ministerpräsident, Mariano Rajoy, vor überzogenen Erwartungen. „Wir werden keine Wunder vollbringen“, sagte der Vorsitzende der konservativen Volkspartei in der Nacht zum Montag.

S&P stuft Bonität Spaniens herab

S&P stuft Bonität Spaniens herab
Foto: photocase.com © Tiniiiii
MADRID (DerFinanzer) – Die Ratingagentur Standard & Poor´s hat die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft. Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ verlieh S&P der Bonität langfristiger spanischer Staatsanleihen nur noch die Note „AA-“ und senkte damit die Bewertung von vormals „AA“ um eine Stufe.

Nachdem bereits die Ratingagentur Fitch die Zuverlässigkeit Spaniens bei der Rückzahlung seiner Schulden schlechter beurteilte, zieht S&P nun mit der gleichen Benotung wie Fitch nach. Ebenso wie Fitch schließt S&P einen weiteren Abschwung der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht aus und beharrt auf einen negativen Ausblick. Kurzfristige Staatsanleihen aus Madrid werden von Standard & Poor`s nach wie vor mit „A-1+“ benotet.

„Wir sehen gestiegene Risiken für Spaniens Wachstumsperspektiven aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit, den angespannteren finanziellen Bedingungen, dem immer noch hohen Niveau der Verschuldung im privaten Sektor und einem wahrscheinlichen wirtschaftlichen Abschwung bei Spaniens wichtigsten Handelspartnern“, begründete S&P sein aktuelles Ranking-Urteil.

Doch nicht nur Spanien gerät ins Zittern. Die Ratingagentur Fitch hat bereits angekündigt, mehrere Großbanken der Euro-Zone auf ihre Kreditwürdigkeit hin zu überprüfen – unter anderem auch die Deutsche Bank. Höchste Zeit also, dass sich Staats- und Regierungschefs einig werden und eine umfassende Lösung der Schuldenkrise vorlegen.

Rating-Agenturen strafen spanische Banken ab

Rating-Agenturen strafen spanische Banken ab
Foto: © Fitch Ratings

MADRID (DerFinanzer) – Die beiden Rating-Agenturen Standard & Poor´s (S&P) und Fitch haben die Kreditwürdigkeit der wichtigsten spanischen Finanzinstitute herabgestuft. Insgesamt zehn Geldhäuser unter anderem auch die börsennotierten Institute Banco Santander und BBVA wurden hinsichtlich ihrer Bonität von Standard & Poor`s abgestraft. Die beiden letztgenannten Häuser haben nun nur noch ein „AA-“ Rating, die viertbeste Stufe bei S&P.

Begründet werden die drastischen Herabstufungen der Rating-Agentur S&P mit dem schwierigen Stand, den die Finanzinstitute derzeit hätten, angesichts des eingetrübten Immobilienmarktes und der heftigen Turbulenzen auf den Finanzmärkten. Laut einer S&P-Mitteilung stehe „Spaniens Wirtschaft kurzfristig vor düsteren Aussichten“. Die Rating-Agentur droht, die Bonitätsbewertung letztlich noch bei vier weiteren Banken zu senken.

Auch der Rating-Riese Fitch hat sich die Bonität spanischer Banken vorgeknöpft und die Geldhäuser Santander, Banesto, BBVA, Popular und Sabadell rigoros herabgestuft. Darüber hinaus stellte Fitch auch italienischen Banken, wie Sanpaolo, Unione di Banche Italiane und Banca Monte dei Paschi di Siena Federn, ein schlechtes Rating aus.

Aufgrund der Verschärfung der Schuldenkrise in der Euro-Zone hat die Rating-Agentur Fitch die beiden Länder Italien und Spanien bereits vor wenigen Tagen herabgestuft. Um ganze zwei Stufen wurde das Rating um Spaniens Bonität gesenkt. Seither wird Spanien nur noch mit der Note „AA-“ geführt.