Teurer Franken & Schweizer in Shopping Laune

Verfasst von am Do., 22.01.2015 - 17:26

Invasion der Schweizer – seit letztem Donnerstag strömen vermehrt Bürger aus der Schweiz nach Deutschland, um hier einzukaufen.

Die Schweizer Transportgesellschaften haben sogar Sonderzüge eingerichtet, damit alle Einkaufswilligen auch bequem nach Deutschland und wieder zurück kommen können. Der Auslöser dieser Shopping-Welle war dabei eine Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB) zur Stärkung des Schweizer Franken.

Regulierungspolitik:

Seit 2011 hat die SNB den Franken absichtlich geschwächt, um einen stabilen Kurs für die Währung gewährleisten zu können. Ein Euro musste nach der Entscheidung der SNB immer mindestens 1,20 Franken wert sein. Um das zu erreichen, kaufte die Nationalbank jedes Mal an den Devisenmärkten Euros ein, wenn der Kurs des Euros schwächer und der des Franken damit stärker wurde. Durch die Einkäufe konnte gewährleistet werden, dass Euro und Franken zueinander in einem relativ stabilen Preisverhältnis stünden.

Starker Franken

Starker Franken

Am Donnerstag hat die SNB jedoch überraschend erklärt, diese Politik der Kurs-Regulierung aufzugeben. Der Franke sei demnach nicht mehr an den Euro gebunden.

Bereits kurz nach der Bekanntgabe ging der Kurs des Schweizer Franken in die Höhe und erklomm zwischenzeitlich sogar einen Wechselkurs von einem Euro für nur noch 0,85 Franken. Das nahmen viele Schweizer zum Anlass, um für einen Kurztrip nach Deutschland zu kaufen und dort so billig wie seit 2011 nicht mehr einzukaufen.

Gewinner und Verlierer:

Die Entscheidung der SNB sorgte nicht nur für Freude. Besonders der Devisenmarkt war durch die plötzliche Abschwächung des Euros stark betroffen und viele kleinere Devisenhändler mussten durch die Aufhebung der Kopplung des Franken an den Euro erhebliche Verluste hinnehmen. Auch die Deutsche Bank, die zu den größten Devisenhändlern weltweit gehört, wurde von der SNB-Entscheidung hart getroffen. Insgesamt 150 Millionen Euro gingen durch die Aufwertung des Franken verloren. Andere große Banken wie beispielsweise Barclays aus England berichten über ähnlich drastische Verluste.
Der normale Verbraucher profitiert dagegen immens von der neuen Loslösung. Mit im Schnitt 40 Rappen mehr pro einem Euro konnten die Bürger aus der Schweiz im deutschen Grenzgebiet wesentlich günstiger einkaufen als im eigenen Land. Besonders die teuren Exportwaren wie zum Beispiel deutsches Bier kauften die Schweizer gleich Einkaufswagenweise ein, bevor sich die Kurse des Euros und des Frankens wieder stabilisieren konnten. Die deutschen Einzelhändler freuen sich über die Kauflust der Schweizer Nachbarn. So machte unter anderem das Einkaufscenter Lago in Konstanz an einem Wochenende Umsätze, wie man sie sonst nur kurz vor Weihnachten oder Silvester erwarten würde. Einem Sprecher des Einkaufscenters zufolge konnten die Angestellten die Regale gar nicht so schnell wieder auffüllen, wie sie von den Käufern leer geräumt wurden.
Mittlerweile hat sich die Lage allerdings wieder etwas normalisiert. Der Franken hat sich aktuell bei einem Kurs von ungefähr einem Euro eingependelt.