HP feuert deutschen Manager Léo Apotheker

HP feuert deutschen Manager Léo Apotheker
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PALO ALTO (DerFinanzer) – Es ist Donnerstagabend in den USA, Börsenschluss. Kurz nach Handelsende die Meldung: Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard entlässt den glücklosen deutschen Manager Léo Apotheker und macht Platz für die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman, die das Vertrauen in den Konzern bei Geschäftspartnern, Kunden und Aktionären zurückgewinnen soll. „Wir werden alles Nötige unternehmen, um HP wieder in die Spur zu bringen“, sagte Whitman daraufhin in einer Telefonkonferenz. Whitman stellte jedoch klar, dass sie weder den umstrittenen, milliardenschweren Kauf des britischen Softwarehauses Autonomy stoppen, noch die Abspaltung des PC-Geschäfts aus der Agenda streichen werde.

HP-Verwaltungsratschef Ray Lane fordert in der Krise „zusätzliche Fähigkeiten“ und begründet damit den Rausschmiss des früheren SAP-Chefs Léo Apotheker. Nach Ansicht von Lane, solle Whitman das Ruder nun noch in letzter Sekunde herumreißen. „Wir befinden uns in einer kritischen Phase und benötigen eine neue Führung, um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und Nutzen aus den Marktchancen zu ziehen“, führt der Verwaltungsratschef aus.

Aktionäre und Investoren zeigten sich aber enttäuscht, dass an der bisherigen Strategie scheinbar festgehalten werden soll. Nachdem die HP-Aktie am Mittwoch zunächst deutlich gestiegen war, als der Abgang von Apotheker durchsickerte, schlossen die Aktien gestern mit Verlusten.

Moody’s stuft acht griechische Großbanken ab

Moody's stuft acht griechische Großbanken ab
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ATHEN (DerFinanzer) – Die Lage der griechischen Banken in Athen spitzt sich weiter zu. Am Morgen holte die Ratingagentur zum Paukenschlag aus und stufte acht griechische Banken um jeweils zwei Stufen ab. Nach eigenen Angaben reagierte die Agentur damit auf das sich weiter verschlechternde wirtschaftliche Umfeld in Griechenland, denn die Konjunkturwerte seien weiter eingebrochen. Betroffen von der Herabstufung von „B3″ auf „CAA2″ sind die Griechische Nationalbank, die EFG Eurobank Ergasias, die Alpha Bank, Piräus Bank, Landwirtschaftsbank von Griechenland und die Attika-Bank. Die Emporiki Bank und General Bank wurden jeweils von „B1″ auf „B3″ herabgestuft. Für alle Banken sei der Ausblick „negativ“, so Moody’s.

Von der stellvertretenden Chefin Viviane Reding der EU-Kommission kommt indes der Vorschlag gemeinsame Staatsanleihen der sechs verbliebenen Euro-Staaten mit Top Ratings einzuführen. „Ich schlage […] vor, dass alle Euro-Staaten die eine Bestbewertung haben – die AAA-Staaten Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Österreich, die Niederlande und Finnland – ihre Anleihemärkte zusammenlegen“, wird Reding in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ zitiert. Nach Ansicht von Reding könne dies als Fels in der Brandung mit einer starken Liquidität und Bonität dienen.

An der Front kämpft Griechenland unterdessen um die Zahlung einer weiteren Tranche aus dem EU-Hilfspaket – insgesamt rund 110 Milliarden Euro schwer. Nach zwei zufriedenstellenden Telefonkonferenzen zwischen dem griechischen Finanzminister und der „Troika“ bestehend aus der EZB, dem IWF und der EU-Kommission, werden die Vertreter in der kommenden Woche in Athen erwartet, um über die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Euro-Rettungsschirm zu entscheiden.

IWF-Treffen: G20 versprechen hohe Banken-Hilfen

IWF-Treffen: G20 versprechen hohe Banken-Hilfen
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WASHINGTON (DerFinanzer) – Die Zentralbankchefs und Finanzminister der 20 führenden Industrienationen und Schwellenstaaten wollen sich gemeinsam für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft einsetzen. „Wir verpflichten uns zu einer starken und koordinierten Antwort auf die neuen Herausforderungen für die Weltwirtschaft“, so die G20 in einer am Freitag in Washington veröffentlichten Erklärung.

Nach Ansicht der führenden Industrie- und Schwellenstaaten sei das weltweite Wirtschafts- und Finanzsystem weiterhin sehr fragil und gefährdet. Die Zentralbanken seien deshalb bereit, die nationalen Banken mit der notwendigen Liquidität auszustatten. So verpflichte sich die Eurozone mit dem Rettungsmechanismus (EFSF) die Flexibilität und Wirkungskraft wieder zu verbessern. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank haben erneut einen entschlossenen Kampf gegen die aktuelle Krise gefordert, um weiteren Schaden von der Weltwirtschaft abzuwenden. IWF-Chefin Christine Lagarde mahnte unter anderem zu einer „nötigen politischen Führung“, um die Euro-Schuldenkrise zu bekämpfen. So habe vor allem der Abbau der hohen Staatsschulden in Europa Vorrang. Gleichzeitig müsse aber auch die Verschuldung der privaten Haushalte in den USA sowie die Belastung der weltweiten Banken in den Griff bekommen werden. „Ich hoffe, dass von diesem Treffen ein Signal ausgeht, dass Politik und Finanzwirtschaft bereit sind, gemeinsam an der Lösung der großen Probleme zu arbeiten“, so Lagarde weiter.

Die europäischen und amerikanischen Banken gerieten durch die Schuldenkrise in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat sich bereits vor dem Jahrestreffen der IWF und Weltbank in Washington am Wochenende besorgt über die weltwirtschaftliche Lage gezeigt. So werde durch die Krise in den wohlhabenden Ländern auch die Situation für die ärmeren Länder der Welt immer schwieriger, sagte er.

Troika kehrt nach Griechenland zurück

Troika kehrt nach Griechenland zurück
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ATHEN (DerFinanzer) – Die Troika, bestehend aus Vertretern der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank, werden in der kommenden Woche in Athen zurück erwartet. Das erklärte das griechische Finanzministerium am Dienstagabend, nachdem bereits die zweite Telefonkonferenz zwischen Griechenland und Troika innerhalb von 24 Stunden erfolgreich beendet wurde. Nach Angaben des griechischen Ministeriums seien in den Gesprächen ausreichende Fortschritte gemacht und die Verhandlungen weiter vorangebracht worden. Bereits am Wochenende sollen die Gespräche nun während der IWF-Konferenz in Washington fortgesetzt werden.

Kreise wollen bereits erfahren haben, dass Griechenland bald die nächste Tranche des Hilfspakets erhalten wird. Voraussetzung sei, dass Griechenland an den mittelfristigen Sparmaßnahmen festhält. Erst Anfang September waren die Troika-Vertreter überraschend aus Griechenland abgereist, nachdem Unstimmigkeiten über die weiteren Sparschritte der Griechen aufgekommen waren. Am Montag hatte der Internationale Währungsfonds Griechenland erneut aufgefordert, die Auflagen des internationalen Hilfspakets zu erfüllen. Defizite sieht der IWF nach wie vor bei der geplanten Privatisierung und der Senkung der Rate zur Neuverschuldung.

Erst wenn die europäischen Finanzminister eine positive Bewertung abgegeben haben, kann die letzte Tranche für Griechenland Anfang Oktober auf den Weg gebracht werden. Griechenland benötigt insgesamt acht Milliarden Euro, um weiterhin Löhne und Gehälter bezahlen und die laufenden Ausgaben decken zu können.